Mauritius Premium Visa
Digital Nomad Visa · Afrika

🇲🇺 Mauritius
Premium Visa

Mauritius hat eines der unkompliziertesten Langzeitvisa der Welt: kostenlos, online beantragt, ein Jahr gültig und verlängerbar. Was es kann, was es nicht kann und welche Wege wirklich zur Residenz führen, steht hier ohne Schönfärberei.

✓ AKTIV Eingeführt: Oktober 2020 Stand der Angaben: August 2026

Warum Mauritius als Basis überzeugt, mit Zeitzone UTC+4, Glasfaser, Rechtsstaat und Lagune, liest du im ausführlichen Länderprofil Mauritius. Diese Seite beantwortet die andere Hälfte der Frage: Mit welchem Titel bleibst du legal auf der Insel, was verlangt die Behörde 2026 tatsächlich, und wohin führt das Visum, wenn du länger denkst?

Vorweg die Einordnung, die dir Enttäuschungen erspart: Das Premium Travel Visa ist ein Langzeitvisum, kein Aufenthaltstitel. Es erlaubt dir, bis zu einem Jahr auf Mauritius zu leben und remote für Auftraggeber im Ausland zu arbeiten. Es zählt aber nicht auf einen Daueraufenthalt, und die Jahre darauf werden nirgendwo angerechnet. Wer sich niederlassen will, braucht einen der echten Residency-Wege, die weiter unten stehen.

Das Premium Visa im Detail

Das Premium Visa wurde im Oktober 2020 eingeführt und richtet sich laut dem Economic Development Board (EDB) ausdrücklich an Langzeittouristen, Ruheständler und Professionals, die mit Familie einreisen und remote arbeiten wollen. Die Eckdaten nach den offiziellen Angaben von EDB und dem Residency-Portal der Regierung (residency.mu), geprüft im August 2026:

Punkt Regelung 2026
Laufzeit Über 6 Monate bis zu 1 Jahr, verlängerbar
Kosten Kostenlos, keine Bearbeitungsgebühr
Antragsort Ausschließlich online über das EDB-Portal, auch aus Mauritius heraus während eines Touristenaufenthalts
Einkommensnachweis Kontoauszüge der letzten 3 Monate; als Richtwert mindestens 1.500 USD monatlich je Erwachsenem, 500 USD je Kind
Einreisen Multi-Entry, Aus- und Wiedereinreise während der Gültigkeit erlaubt
Daueraufenthalt Nein, keine Anrechnung auf Residenz-Titel

Die inhaltlichen Voraussetzungen sind überschaubar, aber eindeutig. Nach den offiziellen Kriterien musst du nachweisen, dass dein Geschäftssitz und deine Einkommensquelle außerhalb von Mauritius liegen, du darfst nicht in den mauritischen Arbeitsmarkt eintreten, und du belegst deine Aufenthaltspläne mit Unterkunftsnachweis, Reiseversicherung und Krankenversicherung für die erste Zeit. Dazu kommen die üblichen Basics: gültiger Pass, sauberes Führungszeugnis, bei Familien Heirats- und Geburtsurkunden auf Englisch oder Französisch.

Zum Einkommen eine ehrliche Präzisierung: Eine feste Zahl steht nicht in den offiziellen Visa-Kriterien. Die vielzitierten 1.500 USD pro Monat stammen aus der Dokumentenpraxis des EDB-Portals, das als Nachweis ein monatliches Einkommen von mindestens 1.500 USD je erwachsenem Antragsteller und 500 USD je Kind sehen will. Plane also nicht auf Kante: Wer stabile 1.500 USD und mehr belegen kann, hat in der Praxis keine Probleme, wer darunter liegt, riskiert Rückfragen.

Wichtig für die Planung: Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist die Einreise ohnehin bis zu 90 Tage visumfrei. Das Premium Visa brauchst du erst, wenn du mehr als 180 Tage im Kalenderjahr auf der Insel verbringen willst. Viele beantragen es deshalb bequem erst vor Ort, während sie schon als Tourist im Land sind. Krankenversicherung ist Pflichtbestandteil des Antrags; was eine tragfähige Police ausmacht, steht im Überblick zur Krankenversicherung für digitale Nomaden.

Der ehrliche Punkt: kein Weg zum Daueraufenthalt

Im Netz kursiert hartnäckig die Behauptung, das Premium Visa führe nach drei Jahren zur Residenz. Das ist falsch, und zwar ohne Grauzone. Das Premium Visa ist rechtlich ein Besuchervisum mit Arbeitserlaubnis für ausländische Auftraggeber. Die Zeit darauf wird auf keinen Aufenthaltstitel angerechnet, und einen Automatismus in Richtung Permanent Residence Permit gibt es nicht.

Was das offizielle Residency-Portal stattdessen vorsieht: Wer auf Mauritius arbeiten oder investieren will, kann aus dem Premium Visa heraus ein Occupation Permit beantragen, Ruheständler ab 50 ein Residence Permit als Retired Non-Citizen. Das sind aber eigenständige Titel mit eigenen Schwellen, keine Fortsetzung des Premium Visa. Auch das Permanent Residence Permit setzt seit dem Finanzgesetz 2025 fünf Jahre unter einem Occupation Permit oder Residence Permit voraus, mit definierten Einkommens- oder Umsatzkriterien. Premium-Visa-Jahre zählen dabei nicht mit.

Praktisch heißt das: Das Premium Visa ist ein hervorragendes Testjahr und eine saubere Brücke, aber keine Niederlassungsstrategie. Wer von Anfang an weiß, dass Mauritius die dauerhafte Basis werden soll, plant besser gleich einen der folgenden Wege.

Die echten Residency-Wege

Vier Wege führen zu einem echten Aufenthaltstitel. Die Schwellen stammen vom offiziellen Residency-Portal der Regierung, Stand August 2026. Beachte: Seit dem 1. Dezember 2025 gilt für alle Anträge auf Occupation Permit und Retired Residence Permit eine Antragsgebühr von 50 USD, dazu kommen die eigentlichen Permit-Gebühren bei Bewilligung.

  • Occupation Permit als Self-Employed: Für Freiberufler und Einzelunternehmer, die tatsächlich von Mauritius aus tätig werden wollen. Verlangt werden 50.000 USD Anfangsüberweisung auf ein mauritisches Konto (binnen 60 Tagen nach Erteilung) und ein Geschäftsnachweis mit Absichtserklärungen lokaler Kunden. Laufzeit 10 Jahre, verlängerbar; für die Verlängerung erwartet die Behörde ein Geschäftseinkommen ab 750.000 MUR im ersten Jahr mit Wachstum auf kumuliert 6 Millionen MUR bis Jahr 5. Ältere Quellen nennen noch 35.000 USD, das ist überholt.
  • Occupation Permit als Professional: Für Angestellte einer mauritischen oder internationalen Firma mit lokalem Vertrag. Mindestgrundgehalt 30.000 MUR pro Monat, Laufzeit bis 10 Jahre je nach Vertrag. Der 2025 eingeführte 20-Jahres-Daueraufenthalt für Fachkräfte setzt ein Grundgehalt von mindestens 400.000 MUR über fünf aufeinanderfolgende Jahre voraus.
  • Retired Non-Citizen ab 50: Residence Permit über 10 Jahre für Ruheständler, die mindestens 24.000 USD pro Jahr nach Mauritius transferieren oder ein garantiertes Einkommen von 2.000 USD pro Monat nachweisen. Nach fünf aufeinanderfolgenden Jahren ist der Weg zum 20-jährigen Permanent Residence Permit offen. Die Tiefe zu diesem Weg findest du auf ruhestandimausland.com.
  • Immobilien-Residency: Der Kauf einer Wohnimmobilie in einem der zugelassenen Programme (IRS, RES, PDS, Smart City) ab 375.000 USD begründet ein Residence Permit, das so lange gilt, wie du die Immobilie hältst; Ehepartner und Kinder unter 24 sind mitumfasst. Zur Systematik des Auslandsimmobilienkaufs siehe den Leitfaden Immobilienkauf im Ausland.

Die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt: Erst ein Jahr Premium Visa als Realitätstest, dann der passende Titel. Wer nach zwölf Monaten weiß, dass die Insel trägt, wechselt mit klarem Kopf in ein Occupation Permit oder kauft gezielt, statt vom Reisepass-Marketing getrieben zu entscheiden.

Steuern: die Remittance-Logik

Steuerlich ansässig wirst du auf Mauritius grundsätzlich bei mehr als 183 Tagen im Steuerjahr oder über einen mehrjährigen Aufenthaltstest. Ab dann gilt für dich die Logik, die Mauritius von fast allen Nomadenzielen unterscheidet: Ausländische Einkünfte werden nur besteuert, soweit du sie nach Mauritius überweist. Was auf deinen Konten im Ausland bleibt, bleibt außerhalb der Bemessungsgrundlage.

Der Tarif ist seit dem Budget 2026/27 vierstufig: 0 Prozent bis 500.000 MUR, 10 Prozent bis 1 Million, 20 Prozent bis 12 Millionen und darüber 35 Prozent. Die oberste Stufe trifft nur, was du oberhalb von grob 240.000 Euro im Jahr tatsächlich ins Land holst. Dazu kommen zwei Erleichterungen, die genau auf Remote-Arbeiter zugeschnitten sind: Ausgaben mit einer ausländischen Kredit- oder Debitkarte gelten nicht als Überweisung, und Beträge, auf die du die zutreffende Steuer nachweislich bereits im Herkunftsstaat entrichtet hast, bleiben bei der Überweisung unbesteuert. Kapitalertrag- und Erbschaftsteuer kennt Mauritius nicht.

Eine Grenze der Gestaltung musst du kennen: Arbeit, die physisch auf Mauritius erbracht wird, gilt grundsätzlich als mauritische Quelle. Für Premium-Visa-Inhaber mit ausländischen Auftraggebern ist die Behandlung ausdrücklich auf Remittance-Basis vorgesehen; wer dagegen unter lokalem Vertrag arbeitet, fällt in die reguläre Besteuerung. Die laufend gepflegten Details, Sätze und Verfahrensfragen führt das Steueratlas-Profil Mauritius.

Und wie immer gilt: Das mauritische Modell trägt nur, wenn die heimische Seite sauber ist. Wer Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland behält, bleibt dort unbeschränkt steuerpflichtig, ganz gleich, was Mauritius anbietet. Die Wegzugsfragen, von der unbeschränkten Steuerpflicht bis zur Wegzugsbesteuerung, behandelt das Länderprofil Mauritius im Abschnitt zur Steuerpflicht zu Hause.

Für Österreicher und Schweizer: Einreise, Premium-Visa-Bedingungen und alle Residency-Wege gelten identisch wie für Deutsche. Unterschiede entstehen erst beim Wegzug: Österreich kennt eine Wegzugsbesteuerung auf Kapitalvermögen (§ 27 Abs. 6 EStG), in der Schweiz ist die Abmeldung bei der Wohnsitzgemeinde der entscheidende Schritt. Kläre das vor dem Umzug, nicht danach.

Antrag und Verlängerung in der Praxis

Der Antrag läuft vollständig online über das EDB-Portal, erreichbar über residency.mu. Du lädst Passkopie, Foto, Kontoauszüge der letzten drei Monate, Einkommensnachweis, Unterkunftsnachweis sowie Reise- und Krankenversicherung hoch. Bewilligte Visa kommen als Dokument per E-Mail. Das Verfahren gilt als unkompliziert und die Ablehnungsquote als niedrig; die Bearbeitung dauerte in den dokumentierten Fällen der letzten Jahre meist wenige Tage bis etwa zwei Wochen. Offizielle Statistiken zu Bewilligungen und Bearbeitungszeiten veröffentlicht Mauritius allerdings nicht, und wir behaupten hier nichts, was wir nicht belegen können.

Für die Verlängerung gilt dasselbe Portal und derselbe Maßstab: Du stellst vor Ablauf einen neuen Online-Antrag und belegst die Kriterien erneut, insbesondere frische Kontoauszüge und fortlaufenden Versicherungsschutz. Eine formale Obergrenze für die Zahl der Verlängerungen nennt das EDB nicht. Aus der Beratungspraxis lässt sich für 2026 sagen: Verlängerungen laufen unauffällig durch, solange die Unterlagen konsistent sind. Wer allerdings Jahr um Jahr verlängert, ohne die Steuerfrage zu klären, baut sich ein Problem: Ab dem zweiten Jahr bist du in aller Regel steuerlich ansässig und solltest deine Remittance-Planung stehen haben.

Ein Detail, das viele übersehen: Das Premium Visa ist ab einem geplanten Aufenthalt von mehr als 180 Tagen im Kalenderjahr Pflicht, nicht erst ab Tag 91. Die visumfreien 90 Tage lassen sich zwar vor Ort als Tourist verlängern, aber wer von vornherein eine Saison oder ein Jahr plant, fährt mit dem Premium Visa sauberer, zumal es nichts kostet.

Wie sich das Leben auf der Insel anfühlt, was Wohnen in Grand Baie oder Tamarin kostet und warum Mauritius eher eine Sommer- als eine Winterbasis für Europäer ist, steht im Länderprofil Mauritius. Andere Programme zum Vergleich findest du in der Übersicht aller Digital Nomad Visa und in der Länderübersicht.

Ist Mauritius das Richtige für dich?

Wir klären mit dir, ob Premium Visa oder gleich ein Residency-Weg zu deiner Situation passt und wie der Wegzug aus Europa abläuft, von der Abmeldung bis zur 183-Tage-Frage.

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