Die Emirate sind das einzige Land in diesem Vergleich, bei dem die Steuerfrage kein Nebenaspekt des Lebens ist, sondern das Leben selbst prägt. Menschen kommen wegen der Null, und sie bleiben oder gehen wegen allem anderen.
Deshalb ist dieses Profil anders aufgebaut als die übrigen. Wir reden zuerst darüber, wie sich das Leben hier anfühlt, denn daran scheitern die meisten Umzüge. Und dann reden wir über einen Punkt, den fast jeder deutschsprachige Ratgeber falsch oder gar nicht darstellt: Für Deutsche gelten in den Emiraten seit 2022 andere Spielregeln als für Österreicher und Schweizer. Wenn du nur einen Abschnitt dieser Seite liest, dann den.
Der Alltag
Der emiratische Alltag ist überraschend leicht, wenn man einmal drin ist. Alles funktioniert. Behördengänge sind digitalisiert und schnell. Pakete kommen am selben Tag. Handwerker erscheinen zur vereinbarten Zeit. Die Straßen sind sauber, der Verkehr fließt, und das Sicherheitsgefühl ist so hoch, dass ein ganzer Katalog alltäglicher Sorgen einfach verschwindet. Man lässt das Handy auf dem Cafétisch liegen und geht zur Toilette. Man geht nachts allein nach Hause. Frauen bewegen sich in einer Weise frei, die im Nachbarschaftsvergleich der Region bemerkenswert ist.
Der Rhythmus ist geprägt vom Klima. Von Oktober bis April lebt man draußen: Strand, Terrassen, Wüstenausflüge, Laufen am Morgen. Von Juni bis September lebt man innen, und zwar konsequent, weil vierzig bis fünfundvierzig Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit den Aufenthalt im Freien tatsächlich unmöglich machen. Das ist keine Übertreibung, sondern die Erfahrung jedes Zugezogenen im ersten Sommer.
Die Woche läuft von Montag bis Freitag, wobei der Freitag ein halber Tag ist. Das Wochenende ist Samstag und Sonntag, seit 2022 also im Gleichklang mit Europa. Für die Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Kunden ist das ein unterschätzter Vorteil.
Die Basen
Dubai ist die naheliegende Wahl und für die meisten die richtige. Innerhalb der Stadt trennen sich die Welten allerdings deutlich. Dubai Marina und JBR sind dicht, jung, international und laut, mit Meer vor der Tür. Downtown und Business Bay sind zentral und geschäftig. Jumeirah und Umm Suqeim sind flacher, ruhiger, familiärer und teuer. Al Quoz und Alserkal Avenue sind das, was Dubai an Gegenkultur zu bieten hat: Galerien, Kaffeeröstereien, Studios. Deira und Bur Dubai sind das alte Dubai, deutlich günstiger, deutlich weniger glatt und für viele der interessantere Teil der Stadt.
Abu Dhabi ist ruhiger, staatstragender, grüner und in der Regel günstiger beim Wohnen. Wer Familie hat oder auf Lautstärke verzichten kann, fährt hier oft besser.
Sharjah liegt direkt neben Dubai, kostet deutlich weniger und ist konservativer, unter anderem alkoholfrei. Viele pendeln von hier, was allerdings bedeutet, dass man den schlimmsten Verkehr der Region jeden Tag zweimal erlebt.
Ras Al Khaimah ist der Geheimtipp: Berge, Küste, deutlich niedrigere Mieten, eine Stunde Fahrt nach Dubai. Für ruhiges Arbeiten mit gelegentlichen Stadtbesuchen die interessanteste Adresse im Land.
Internet und Arbeiten
Technisch sind die Emirate erstklassig. Glasfaser ist nahezu flächendeckend, Geschwindigkeiten von 500 Mbit bis 1 Gbit sind Standard, das Mobilfunknetz ist exzellent ausgebaut. Der Preis ist allerdings europäisch: Rechne mit 350 bis 600 Dirham monatlich für einen guten Hausanschluss, das sind etwa 90 bis 150 Euro.
Ein Punkt, der immer wieder überrascht: Die Telekommunikationsregulierung schränkt bestimmte VoIP-Dienste ein. Sprach- und Videoanrufe über einige verbreitete Messenger funktionieren nicht zuverlässig. Lizenzierte Geschäftsplattformen laufen dagegen normal, und lokale Alternativen sind verfügbar. Praktisch heißt das: Kläre vor dem Umzug, über welche Kanäle deine Kunden dich erreichen, und stelle die Kommunikation gegebenenfalls um. Wer täglich über einen bestimmten Messenger telefoniert, sollte das nicht als Detail behandeln.
Coworking gibt es in großer Auswahl und in sehr guter Qualität, vor allem in Dubai. Die Preise liegen auf westeuropäischem Niveau, also grob 250 bis 600 Dirham für Flex und deutlich mehr für feste Plätze. Da die Wohnungen groß und gut ausgestattet sind, arbeiten viele ohnehin von zu Hause.
Essen
Die Emirate haben keine eigene Küchentradition mit großer Tiefe, dafür aber die vielleicht beste Auswahl an Weltküche pro Quadratkilometer. Weil rund neunzig Prozent der Bevölkerung aus dem Ausland kommen, findest du hier authentische indische, pakistanische, libanesische, iranische, philippinische und ostafrikanische Küche in einer Qualität, die man in Europa suchen muss.
Der Mittelweg ist bemerkenswert günstig. Ein sehr gutes Curry oder ein libanesisches Essen im Viertelrestaurant kostet 25 bis 45 Dirham. Erst darüber wird es schnell teuer, und die bekannten Restaurants am Wasser bewegen sich auf Züricher Niveau und darüber.
Levantinische Küche und die Frühstückskultur sind stark. Was fehlt, ist eine gewachsene lokale Esskultur mit Märkten und Regionalität, wie du sie in der Türkei oder in Thailand selbstverständlich vorfindest. Man isst in den Emiraten sehr gut, aber man isst international.
Alkohol ist in Dubai und Abu Dhabi in lizenzierten Lokalen und Geschäften verfügbar. Die Regeln haben sich in den letzten Jahren deutlich gelockert. In Sharjah gilt weiterhin ein Verbot.
Menschen und Anschluss
Hier liegt die eigentliche Schwäche, und man sollte sie offen benennen.
Die Emirate sind extrem international und gleichzeitig sozial merkwürdig dünn. Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist auf Zeit hier, mit einem Vertrag, einem Ziel und einem Rückflugdatum im Hinterkopf. Das erzeugt eine Atmosphäre, in der Kontakte schnell entstehen und ebenso schnell wieder verschwinden. Man lernt in einer Woche zwanzig Leute kennen und hat nach zwei Jahren drei, die noch da sind.
Der Kontakt zur emiratischen Bevölkerung selbst ist für die meisten Zugezogenen praktisch nicht vorhanden. Emiratis stellen eine kleine Minderheit im eigenen Land und leben weitgehend in eigenen sozialen Kreisen.
Die deutschsprachige Gemeinde ist groß und aktiv, mit Vereinen, Schulen, Stammtischen und einer erheblichen Unternehmerdichte. Wer Anschluss will, findet ihn schnell. Wer Tiefe sucht, braucht Geduld und Ausdauer.
Das ist kein Ausschlusskriterium. Aber es erklärt, warum Dubai für viele eine hervorragende Basis und ein schlechtes Zuhause ist. Wer das nüchtern einplant, ist zufriedener als jemand, der eine zweite Heimat erwartet hat.
Kosten
Wohnen ist der bestimmende Posten und in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Die Mieten werden traditionell jährlich im Voraus gezahlt, teilweise in einer bis vier Raten per Scheck. Diese Vorauszahlungspflicht ist für viele Zuzügler die eigentliche Hürde, weil sie bedeutet, dass du bei Einzug ein Jahresbudget flüssig haben musst.
| Position | Dubai | Abu Dhabi / RAK |
|---|---|---|
| Möbliertes Studio, gute Lage (Jahresmiete) | 60.000–95.000 AED | 40.000–70.000 AED |
| 1-Schlafzimmer-Wohnung (Jahresmiete) | 90.000–150.000 AED | 60.000–100.000 AED |
| Nebenkosten inkl. Klimatisierung (Monat) | 500–1.200 AED | 400–1.000 AED |
| Internet (Monat) | 350–600 AED | 350–600 AED |
| Krankenversicherung (Monat) | 300–900 AED | 300–900 AED |
| Lebensmittel (Monat) | 1.200–2.500 AED | 1.000–2.200 AED |
| Auto inkl. Versicherung, Sprit (Monat) | 1.500–3.000 AED | 1.200–2.500 AED |
Realistisch liegst du in Dubai als Einzelperson bei 3.000 bis 5.000 Euro im Monat für ein normales, gutes Leben. Wer sparsam und in Sharjah oder Ras Al Khaimah lebt, kommt deutlich darunter. Wer die Marina, Restaurants und ein ordentliches Auto will, deutlich darüber.
Ein Auto ist in den meisten Konstellationen kein Luxus, sondern Voraussetzung. Die Metro in Dubai ist gut, deckt aber nur einen Korridor ab, und im Sommer sind selbst dreihundert Meter zu Fuß eine ernsthafte Angelegenheit.
Zur Mietvertragspraxis, den Ejari-Registrierungen und der Frage, worauf du beim Einzug achtest, hilft der Leitfaden Wohnung im Ausland mieten.
Gesundheit und Sicherheit
Die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet, mit internationalen Klinikketten, kurzen Wegen und häufig deutschsprachigem Personal. Sie ist allerdings teuer, und eine Krankenversicherung ist gesetzlich verpflichtend und Voraussetzung für den Aufenthaltstitel. Die günstigen Basispolicen decken wenig ab, die guten kosten spürbar. Rechne mit 3.500 bis 12.000 Dirham im Jahr, je nach Alter und Deckung. Die Systematik dahinter steht im Versicherungsleitfaden.
Sicherheit ist der stärkste Punkt des Landes. Kriminalität ist auf einem Niveau, das in Europa nirgendwo erreicht wird.
Was du im Gegenzug akzeptierst, ist ein enger Rechtsrahmen. Öffentliches Verhalten, Äußerungen über das Land oder seine Führung, Umgang mit Medikamenten und Fragen rund um Verschuldung werden anders behandelt als zu Hause. Ungedeckte Schecks und offene Kredite sind ein ernstes Thema mit realen Konsequenzen. Wer sich an die Regeln hält, lebt völlig unbehelligt. Wer aus Gewohnheit europäische Maßstäbe anlegt, kann sich unangenehm überraschen.
Klima
Von Oktober bis April ist das Klima nahezu perfekt. Fünfundzwanzig bis dreißig Grad, Sonne, trockene Luft. Das sind die Monate, in denen die Emirate ihre Lebensqualität ausspielen.
Von Juni bis September ist der Aufenthalt im Freien praktisch ausgeschlossen. Vierzig Grad plus, dazu hohe Luftfeuchtigkeit an der Küste. Ein großer Teil der zugezogenen Bevölkerung verlässt in dieser Zeit das Land, und wer flexibel ist, sollte das ebenfalls einplanen. Genau das macht die Emirate zu einer natürlichen Winterbasis mit Sommerrotation, nicht zu einem Ganzjahresstandort.
Anreise und Zeitzone
Von Frankfurt, München, Düsseldorf, Wien und Zürich fliegst du in etwa sechs bis sieben Stunden direkt nach Dubai oder Abu Dhabi, mehrfach täglich, mit Emirates, Etihad, Lufthansa, Austrian und Swiss. Es gibt kaum eine besser angebundene Stadt auf diesem Planeten.
Die Zeitzone ist UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist unproblematisch: Dein Arbeitstag überlappt sich fast vollständig mit dem europäischen, du beginnst nur früher.
Als Drehkreuz sind die Emirate außergewöhnlich: Indien, Ostafrika, Zentralasien und Südostasien sind Kurzstrecken.
Einreise und Remote-Work-Visum
Für Reisepässe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es visumfreie Einreise für 90 Tage. Für Erkundung, Probemonate und kurze Aufenthalte reicht das aus.
Wer eine Aufenthaltsgenehmigung will, ohne lokal angestellt zu sein, nimmt das Virtual Working Programme, oft schlicht Remote-Work-Visum genannt. Die Konditionen für 2026:
- Laufzeit ein Jahr, verlängerbar durch Neuantrag. Kein lokaler Arbeitgeber, kein Sponsor erforderlich.
- Einkommensnachweis: mindestens 3.500 US-Dollar monatlich für Angestellte, seit der Zusammenlegung der Programme Ende 2022 gilt dieselbe Schwelle auch für Unternehmer, zuzüglich Nachweis, dass die Gesellschaft seit mindestens einem Jahr besteht.
- Seit dem 27. Januar 2026 sind sechs aufeinanderfolgende Monate Kontoauszüge vorzulegen, vorher waren es drei. Praktisch bedeutet das, dass du mindestens ein halbes Jahr dokumentierte Einkünfte brauchst. Jeder Ratgeber, der noch von drei Monaten spricht, ist veraltet.
- Arbeitsvertrag oder Nachweis der Selbstständigkeit außerhalb der Emirate, Krankenversicherung mit Geltung im Land.
- Die Gebühren wurden im April 2026 gesenkt und liegen inklusive Emirates ID grob bei 1.500 bis 1.700 Dirham, variieren aber nach Emirat und werden ohne Ankündigung angepasst.
- Der Titel erlischt, wenn du länger als sechs Monate am Stück außerhalb der Emirate bist. Das ist die Falle für Nomaden, die das Visum nur als Statussicherung nehmen und dann in Asien leben.
- Einkünfte von emiratischen Unternehmen sind auf diesem Titel nicht zulässig.
Mit dem Aufenthaltstitel kommen Emirates ID, Bankkonto, Mietvertrag und die Möglichkeit, Familienangehörige zu sponsern. Das ist der eigentliche Wert: Du bist Resident, nicht Besucher.
Wer die Schwellen für die Golden Visa erfüllt, sollte das getrennt prüfen, weil dort eine deutlich längere Laufzeit und andere Bedingungen gelten. Und wer den Aufenthalt als Teil einer Pass-Strategie denkt, findet die Systematik auf planbprojekt.com. Alle Wege mit Voraussetzungen, Gebühren und Verfahrensschritten im Detail findest du auf unserer Visa-Seite für die VAE.
Steuern vor Ort
Es gibt keine Einkommensteuer für natürliche Personen. Auch Kapitalerträge, Dividenden und Veräußerungsgewinne bleiben auf persönlicher Ebene unbesteuert. Das ist der Kern des Angebots.
Auf Unternehmensebene gilt seit 2023 eine Körperschaftsteuer von 9 Prozent auf Gewinne oberhalb von 375.000 Dirham, mit besonderen Regeln für qualifizierte Freizonengesellschaften. Natürliche Personen trifft sie nur bei lizenzpflichtiger Geschäftstätigkeit über 1 Million Dirham Jahresumsatz (Cabinet Decision 49/2023); der Solo-Freelancer darunter bleibt bei null. Dazu kommt eine Mehrwertsteuer von 5 Prozent. Die Emirate sind also kein Land ganz ohne Steuern mehr, sondern ein Niedrigsteuerland mit null Prozent auf der Privatebene.
Für die steuerliche Ansässigkeit gibt es seit 2023 klare inländische Kriterien, unter anderem den 183-Tage-Test und eine 90-Tage-Regel für Personen mit Wohnsitz und wirtschaftlichen Interessen im Land. Das ist wichtig, weil du für ein Tax Residency Certificate die Voraussetzungen tatsächlich erfüllen musst. Die laufenden Details führen wir im Steueratlas-Profil VAE, die Behandlung von Kryptowerten auf kryptosteuern.info.
Das DBA-Problem für Deutsche
Und jetzt der Punkt, der in fast keinem deutschsprachigen Dubai-Artikel korrekt steht.
Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist zum 31. Dezember 2021 ausgelaufen. Deutschland hat es bewusst nicht verlängert. Stand 2026 gibt es weder ein neues Abkommen noch laufende Verhandlungen. Die Emirate unterhalten Abkommen mit rund 142 Staaten, darunter praktisch alle deutschen Nachbarn. Deutschland steht unter den großen Industriestaaten damit nahezu allein ohne Abkommensschutz.
Was das bedeutet:
Es gibt keine abkommensrechtliche Tie-Breaker-Regel mehr, die im Streitfall entscheidet, wo du ansässig bist. Es gibt keine Zuweisung von Besteuerungsrechten nach Einkunftsarten. Es gibt keinen Schutz vor Doppelbesteuerung durch Freistellung. Was bleibt, sind die einseitigen deutschen Maßnahmen nach § 34c EStG, also Anrechnung oder Abzug ausländischer Steuer. Und weil die Emirate auf der Privatebene keine Steuer erheben, gibt es nichts anzurechnen. Die Entlastung läuft ins Leere.
Praktisch heißt das: Wenn deine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland nicht sauber beendet ist, greift Deutschland auf dein weltweites Einkommen zu, und du hast kein Abkommen, das dich davor schützt. Der Wegzug nach Dubai muss deshalb für Deutsche strukturell sauberer sein als der Wegzug in fast jedes andere Land. Lücken, die anderswo durch ein Abkommen aufgefangen würden, fallen hier voll auf dich zurück. Die Grundlagen dazu stehen unter Doppelbesteuerungsabkommen.
Für Österreicher und Schweizer: Hier liegt der entscheidende Unterschied. Österreich unterhält seit 2003 ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den Emiraten, das 2021 novelliert wurde und weiter in Kraft ist. Die Schweiz hat ebenfalls ein geltendes Abkommen. Beide profitieren damit von Abkommensschutz, klaren Ansässigkeitsregeln und einer geordneten Zuweisung der Besteuerungsrechte. Für österreichische und schweizerische Staatsangehörige ist der Umzug in die Emirate strukturell erheblich einfacher als für deutsche. Das ist kein Detail, sondern der wichtigste Einzelunterschied in der gesamten Planung.
Deine Steuerpflicht zu Hause
In Deutschland endet die unbeschränkte Steuerpflicht nur, wenn weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt bestehen. Angesichts der fehlenden Abkommenslage ist die saubere Beendigung hier nicht ein Punkt auf der Liste, sondern die Voraussetzung für alles Weitere. Die Abgrenzung steht unter unbeschränkte Steuerpflicht.
Wer Anteile an Kapitalgesellschaften ab einem Prozent hält, löst beim Wegzug in ein Drittland die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG aus. Die Stundungsmöglichkeiten sind hier enger als bei einem Wegzug innerhalb des EWR. Das ist ein Thema für das Jahr vor dem Umzug, nicht für die Woche danach: Wegzugsbesteuerung.
Zusätzlich relevant ist die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG, die deutsche Staatsangehörige nach einem Wegzug in ein Niedrigsteuerland unter bestimmten Voraussetzungen bis zu zehn Jahre lang auf inländische Einkünfte weiterverfolgt. Die Emirate erfüllen das Niedrigsteuerkriterium.
Für Österreich gelten der Wohnsitzbegriff des § 26 BAO, die Zweitwohnsitzverordnung und die Wegzugsbesteuerung nach § 27 Abs. 6 EStG mit eigener Systematik.
Für die Schweiz ist die Abmeldung bei der Gemeinde maßgeblich, die kantonale Prüfung der Domizilaufgabe kann streng ausfallen, und Fragen zu AHV und beruflicher Vorsorge sollten vor dem Wegzug geklärt sein.
Zur Struktur: Wer die Emirate als Wohnsitz nimmt, hat eine ganze Bandbreite an Gestaltungen zur Auswahl, von der Freizonengesellschaft bis zur schlanken US-LLC. Welche passt, hängt von Kundenstruktur, Substanz und Herkunftsland ab, siehe auslandsunternehmen.com. Für Vermögensschutz und Strukturierung jenseits der laufenden Besteuerung ist assetprotection.plus der richtige Einstieg, und für die Kontoseite freedombanking.plus.
Passt es zu dir
Die Emirate passen, wenn dein Einkommen hoch genug ist, dass die steuerliche Ersparnis die deutlich höheren Lebenshaltungskosten überkompensiert, wenn du Sicherheit und funktionierende Infrastruktur über gewachsene Kultur stellst, und wenn du eine Basis mit erstklassiger Weltanbindung suchst. Für Unternehmer mit Gewinnen im sechsstelligen Bereich ist die Rechnung eindeutig.
Sie passen schlechter, wenn dein Einkommen im niedrigen bis mittleren Bereich liegt, denn dann zahlst du in Miete und Nebenkosten drauf, was du an Steuern sparst. Sie passen nicht, wenn du eine Stadt suchst, in der du in fünf Jahren verwurzelt bist.
Wer die Null-Steuer-Logik will, aber die Kosten nicht, sollte sich Georgien ansehen. Wer Lebensqualität und Nähe zu Europa über Steuern stellt, ist in der Türkei besser aufgehoben. Die Gegenüberstellung aller Standorte mit sehr niedriger Besteuerung steht in Null-Steuer-Basen.
Für Deutsche gilt bei den Emiraten mehr als bei jedem anderen Land in diesem Ranking: Die Reihenfolge entscheidet. Erst Ansässigkeit sauber beenden und Struktur aufsetzen, dann umziehen. Wer es andersherum macht, zahlt die Rechnung Jahre später mit Zinsen. Die Beratung dazu läuft über die STM Corporate Group und Perspektive Ausland.
Wer den Schritt konkret plant, klärt Ansässigkeit und Struktur vor dem Umzug, nicht danach. Das ist der eine Fehler, der sich später nicht mehr reparieren lässt.
Häufige Fragen
Wie groß ist der Zeitunterschied zu Europa, und kann ich von den Emiraten aus für deutsche Kunden arbeiten?
Die Zeitzone ist UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist unproblematisch, denn dein Arbeitstag überlappt sich fast vollständig mit dem europäischen, du beginnst nur früher. Zusätzlich ist das Wochenende seit 2022 Samstag und Sonntag, also im Gleichklang mit Europa.
Was kostet das Leben in Dubai pro Monat?
Realistisch liegst du in Dubai als Einzelperson bei 3.000 bis 5.000 Euro im Monat für ein normales, gutes Leben. Wer sparsam und in Sharjah oder Ras Al Khaimah lebt, kommt deutlich darunter. Wer die Marina, Restaurants und ein ordentliches Auto will, deutlich darüber. Beachte, dass Mieten traditionell jährlich im Voraus gezahlt werden, sodass du bei Einzug ein Jahresbudget flüssig haben musst.
Wie funktioniert das Remote-Work-Visum der Emirate 2026?
Das Virtual Working Programme läuft ein Jahr und ist durch Neuantrag verlängerbar, ohne lokalen Arbeitgeber oder Sponsor. Angestellte wie Unternehmer müssen mindestens 3.500 US-Dollar monatlich nachweisen, Unternehmer zusätzlich, dass ihre Gesellschaft seit mindestens einem Jahr besteht. Seit dem 27. Januar 2026 musst du sechs aufeinanderfolgende Monate Kontoauszüge vorlegen. Der Titel erlischt, wenn du länger als sechs Monate am Stück außerhalb der Emirate bist.
Wie hoch ist die Steuerlast in den Emiraten?
Es gibt keine Einkommensteuer für natürliche Personen, auch Kapitalerträge, Dividenden und Veräußerungsgewinne bleiben auf persönlicher Ebene unbesteuert. Auf Unternehmensebene gilt seit 2023 eine Körperschaftsteuer von 9 Prozent auf Gewinne oberhalb von 375.000 Dirham, dazu eine Mehrwertsteuer von 5 Prozent. Natürliche Personen trifft die Körperschaftsteuer nur bei lizenzpflichtiger Geschäftstätigkeit über 1 Million Dirham Jahresumsatz. Die Emirate sind damit kein Land ganz ohne Steuern mehr, sondern ein Niedrigsteuerland mit null Prozent auf der Privatebene.
Stimmt es, dass für Deutsche in den Emiraten andere Steuerregeln gelten als für Österreicher und Schweizer?
Ja. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Emiraten ist zum 31. Dezember 2021 ausgelaufen, und Deutschland hat es bewusst nicht verlängert. Für Deutsche gibt es damit keinen Abkommensschutz und keine Tie-Breaker-Regel. Österreich unterhält dagegen seit 2003 ein weiter geltendes Abkommen, und auch die Schweiz hat ein geltendes Abkommen, weshalb der Umzug für sie strukturell erheblich einfacher ist.
Wie ist das Klima in den Emiraten über das Jahr?
Von Oktober bis April ist das Klima nahezu perfekt, mit fünfundzwanzig bis dreißig Grad, Sonne und trockener Luft. Von Juni bis September ist der Aufenthalt im Freien praktisch ausgeschlossen, mit vierzig Grad plus und hoher Luftfeuchtigkeit an der Küste. Ein großer Teil der zugezogenen Bevölkerung verlässt in dieser Zeit das Land. Das macht die Emirate zu einer natürlichen Winterbasis mit Sommerrotation.