Malaysia ist das Land, das in Nomadenrankings ständig auf Platz zwölf steht und das jeder, der ein halbes Jahr dort war, viel weiter oben einsortieren würde.
Der Grund für die Unterbewertung ist banal: Malaysia hat kein Klischee. Thailand hat Strände und Tempel, Bali hat Reisterrassen und Yoga, Vietnam hat Motorroller und Pho. Malaysia hat nichts davon in bildstarker Form und ist deshalb schwer zu bewerben.
Was es hat, ist die beste Alltagstauglichkeit Südostasiens. Englisch ist Verwaltungs- und Geschäftssprache, das Gesundheitswesen liegt auf einem Niveau, das Thailand nahekommt, die Infrastruktur funktioniert, das Essen ist das vielfältigste der Region, und die Kosten liegen unter Thailand. Dazu ein offizieller Aufenthaltstitel für Remote-Arbeiter und ein Steuerregime, das für Ausländer außergewöhnlich günstig ausfällt, allerdings mit einer Bedingung, die fast alle übersehen. Auch dazu unten mehr.
Der Alltag
Malaysia ist unaufgeregt. Das Land ist wohlhabender als seine Nachbarn, die Straßen sind in Ordnung, die Züge fahren, die Verwaltung funktioniert, und man hat selten das Gefühl, improvisieren zu müssen.
Der größte Unterschied zum Rest der Region: Man versteht dich überall. Malaysia war britische Kolonie, Englisch ist tief verankert, und selbst im Taxi, beim Arzt und im Mietvertrag brauchst du keine Übersetzungs-App. Für jemanden, der schon einmal versucht hat, in Vietnam einen Handwerker zu bestellen, ist das eine Erleichterung, die man kaum überschätzen kann.
Der Alltag ist stark klimatisiert, weil es ganzjährig heiß und feucht ist. Man bewegt sich von einem gekühlten Raum in den nächsten, oft über Fußgängerbrücken und durch Einkaufszentren, die in Kuala Lumpur die Funktion öffentlicher Plätze übernommen haben. Das ist gewöhnungsbedürftig und für manche der Hauptkritikpunkt: Es fehlt das Draußenleben, das Bangkok oder Saigon prägt.
Malaysia ist ein muslimisch geprägtes Land mit großen chinesischen und indischen Minderheiten. Das prägt Feiertage, Alkoholverfügbarkeit und Kleidungserwartungen, aber der Alltag für Zugezogene ist entspannt, besonders in Kuala Lumpur und Penang.
Die Basen
Kuala Lumpur ist die naheliegende Wahl. Eine Millionenstadt mit erstklassiger Infrastruktur, moderner Wohnbebauung, Bergen und Regenwald direkt am Stadtrand, und Preisen, die für das Gebotene erstaunlich niedrig sind. Bangsar und Damansara sind die entspannten, gutbürgerlichen Viertel mit Cafés und Restaurants. Mont Kiara ist stark international geprägt. Bukit Bintang und KLCC sind zentral, hochhauslastig und praktisch. Chow Kit und Kampung Baru sind das alte KL, deutlich günstiger und interessanter.
Was KL besonders macht: Für 500 bis 700 Euro bekommst du hier eine moderne Wohnung mit Pool, Fitnessraum und Sicherheitsdienst in guter Lage. Dieses Preis-Ausstattungs-Verhältnis existiert in keiner anderen Hauptstadt der Region.
Penang, genauer George Town, ist die kulturell reichste Adresse: eine Unesco-gelistete Altstadt aus chinesischen Shophouses, die beste Streetfood-Kultur Asiens, eine gewachsene ausländische Gemeinde und Strand in Reichweite. Langsamer als KL, wärmer im Umgang, für viele der angenehmere Ort.
Langkawi ist die Inselvariante mit Duty-free-Status, deutlich ruhiger und mit schwächerer Infrastruktur.
Kota Kinabalu auf Borneo ist die Wahl für alle, die Natur, Tauchen und Berge wollen, mit klar geringerem Angebot an allem anderen.
Internet und Arbeiten
Die Versorgung ist gut. Glasfaser mit 300 bis 800 Mbit kostet zwischen 100 und 200 Ringgit im Monat, umgerechnet grob 20 bis 40 Euro. Mobilfunk ist gut ausgebaut und günstig, und Malaysia hat den 5G-Ausbau konsequent vorangetrieben.
Stromausfälle sind selten. Die Wohnungen sind für tropische Verhältnisse gut gebaut, mit ordentlicher Klimatisierung.
Coworking ist in Kuala Lumpur reichlich und gut, mit Preisen zwischen 400 und 900 Ringgit im Monat für einen festen Platz. Ein Vorteil, der aus dem DE-Rantau-Programm entstanden ist: Es gibt offiziell zertifizierte Nomaden-Hubs im ganzen Land, also Coworking-Spaces und Unterkünfte, die auf Remote-Arbeiter ausgelegt sind, teilweise mit Vergünstigungen für Passinhaber.
Die Café-Kultur ist stark, besonders in Bangsar und Penang, und stundenlanges Arbeiten ist völlig normal.
Essen
Hier gewinnt Malaysia gegen jeden Nachbarn, und zwar über die Vielfalt.
Weil malaiische, chinesische und indische Küchen seit Generationen nebeneinander bestehen und sich vermischt haben, isst du hier in einer Woche mehr unterschiedliche Dinge als in Thailand in einem Monat. Nasi Lemak zum Frühstück, Char Kway Teow mittags, Banana Leaf Rice am Nachmittag, Roti Canai um Mitternacht. Dazu die peranakanische Küche, die es so nur hier gibt.
Die Preise sind niedrig: Ein Hawker-Gericht kostet 8 bis 15 Ringgit, also zwei bis drei Euro, und die Qualität ist an den Ständen oft besser als im Restaurant. George Town auf Penang gilt vielen als beste Streetfood-Stadt Asiens, und das ist keine Marketingaussage.
Einschränkung: Alkohol ist wegen der Besteuerung teuer, und die Weinkultur existiert praktisch nicht. In Kuala Lumpur und Penang ist Alkohol problemlos verfügbar, in den konservativeren Bundesstaaten im Nordosten nicht.
Menschen und Anschluss
Malaysier sind freundlich, zurückhaltend und unkompliziert. Der Umgang ist entspannt und weniger überschwänglich als in Thailand oder Mexiko, dafür direkter und praktischer.
Der Sprachvorteil verändert die soziale Situation grundlegend. Weil du dich mit allen unterhalten kannst, entstehen Kontakte über die Blase hinaus deutlich leichter als in Vietnam, Thailand oder Japan. Das ist der unterschätzte Vorteil Malaysias.
Die internationale Gemeinde in Kuala Lumpur ist groß und stark von Expats mit Anstellung geprägt, weniger von Nomaden. Penang hat eine ältere, gewachsene ausländische Gemeinde, teils Ruheständler. Die reine Nomadenszene ist dünner als in Chiang Mai oder Bali, was für manche ein Nachteil und für andere genau der Punkt ist.
Ehrlich gesagt: Malaysia ist sozial etwas blass. Es passiert weniger. Es gibt weniger spontane Ereignisse, weniger Szene, weniger Reibung. Wer Lebendigkeit sucht, ist in Bangkok oder Saigon besser aufgehoben. Wer Ruhe zum Arbeiten sucht, ist hier richtig.
Kosten
| Position | Kuala Lumpur | Penang |
|---|---|---|
| Möbliertes Studio mit Pool, gute Lage | 1.600–2.600 MYR | 1.300–2.100 MYR |
| 1-Schlafzimmer-Wohnung, gehoben | 2.500–4.500 MYR | 1.900–3.400 MYR |
| Essen (Hawker und Restaurant gemischt) | 1.200–2.200 MYR | 1.000–1.900 MYR |
| Coworking, fester Platz | 400–900 MYR | 350–700 MYR |
| Glasfaser | 100–200 MYR | 100–200 MYR |
| Mobilität (Grab, Bahn) | 250–600 MYR | 300–650 MYR |
| Nebenkosten inkl. Klimaanlage | 200–450 MYR | 200–400 MYR |
Realistisch liegst du in Kuala Lumpur bei 1.000 bis 1.600 Euro im Monat, in Penang bei 850 bis 1.400 Euro. Damit ist Malaysia günstiger als Thailand bei besserer Wohnqualität und besserem Englisch. Das ist der Kern des Arguments.
Der Ringgit ist stabil. Ein lokales Konto ist mit dem DE-Rantau-Pass in der Praxis schwierig: Die MDEC-FAQ selbst räumt ein, dass die meisten Banken den Professional Visit Pass nicht für die Kontoeröffnung akzeptieren. Plane mit internationalen Konten, siehe freedombanking.plus.
Gesundheit und Sicherheit
Die medizinische Versorgung ist ein starker Punkt. Malaysia ist ein etabliertes Ziel für Medizintourismus, besonders Penang, mit privaten Krankenhäusern auf hohem Niveau, englischsprachigem Personal und Preisen deutlich unter mitteleuropäischen. Für ernsthafte Fälle ist außerdem Singapur in vierzig Minuten Flugzeit erreichbar. Details in der Übersicht zur medizinischen Versorgung und im Versicherungsleitfaden.
Sicherheit ist gut. Gewaltkriminalität gegen Ausländer ist selten, Taschendiebstahl kommt in KL vor. Die Verkehrssituation ist deutlich zivilisierter als in Vietnam oder Thailand, was das Unfallrisiko erheblich senkt.
Ein rechtlicher Hinweis, der ernst zu nehmen ist: Malaysia verhängt für Drogendelikte drakonische Strafen, bis hin zur Todesstrafe für bestimmte Mengen. Das ist keine theoretische Regel. Ebenso gelten Beleidigungen von Religion und Königshaus als ernsthafte Straftatbestände. Wer sich normal verhält, hat damit nie zu tun, aber die Toleranzschwelle ist eine andere als zu Hause.
Klima und Haze
Malaysia ist ganzjährig tropisch: 26 bis 33 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit, regelmäßige heftige Nachmittagsregen. Es gibt keine ausgeprägte Trockenzeit und damit auch keine schlechte Reisezeit im klassischen Sinn, sondern eine gleichmäßige Wärme, mit der man sich arrangiert.
Die Monsunzeiten unterscheiden sich nach Küste: An der Ostküste der Halbinsel ist von November bis Februar Hauptregenzeit, an der Westküste mit Penang und Langkawi von September bis November.
Der eine wetterbedingte Störfaktor heißt Haze. Bei Waldbränden in der Region, meist zwischen Juli und Oktober, kann sich Rauch über Malaysia legen und die Luftqualität für Tage bis Wochen erheblich verschlechtern. Das tritt nicht jedes Jahr in gleicher Stärke auf, ist aber ein wiederkehrendes Phänomen und für Menschen mit Atemwegsproblemen relevant.
Anreise und Zeitzone
Nonstop nach Kuala Lumpur geht es ab Ende Oktober 2026 ab Frankfurt, bis dahin läuft es über Dubai, Doha, Istanbul oder Singapur. Rechne mit zwölf bis sechzehn Stunden Gesamtreisezeit ab dem deutschsprachigen Raum.
Kuala Lumpur ist eines der besten Drehkreuze Südostasiens, unter anderem als Basis von AirAsia. Von hier aus sind Bangkok, Singapur, Bali, Ho-Chi-Minh-Stadt und Manila in wenigen Stunden und für sehr wenig Geld erreichbar. Wer die Region bereisen will, sitzt in KL ideal.
Die Zeitzone ist UTC+8, also sechs Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und sieben im Winter. Das ist eine Stunde ungünstiger als Thailand. Wenn dein Kunde in Zürich um neun Uhr beginnt, ist es bei dir fünfzehn Uhr. Die Überschneidung liegt zwischen deinem Nachmittag und deinem späten Abend. Machbar, aber du wirst regelmäßig um zwanzig oder einundzwanzig Uhr in Calls sitzen. Siehe Zeitzonen und Kundenkontakt.
Einreise und DE Rantau
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Einreise visumfrei mit einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen. Das ist großzügiger als bei den meisten Nachbarn und für einen ersten Block ausreichend. Vor Anreise ist die digitale Ankunftserklärung online auszufüllen.
Für längere Aufenthalte gibt es den DE Rantau Nomad Pass, verwaltet von der staatlichen Malaysia Digital Economy Corporation. Er wird als Professional Visit Pass ausgestellt. Die Eckdaten für 2026:
- Aufenthalt von 3 bis 12 Monaten, verlängerbar um ein weiteres Jahr, also insgesamt bis zu 24 Monate.
- Einkommensschwelle gestaffelt nach Tätigkeit: 24.000 US-Dollar im Jahr für Berufe im Technologiebereich (Softwareentwicklung, IT, Datenanalyse, digitales Marketing, Cybersicherheit und verwandte Felder), 60.000 US-Dollar im Jahr für alle übrigen Tätigkeiten wie Finanzen, Vertrieb, Beratung oder Management.
- Nachweis der Remote-Tätigkeit für Auftraggeber außerhalb Malaysias, Verträge oder Arbeitgeberbestätigung.
- Ehepartner und Kinder können mitkommen, was in der Region selten ist und Malaysia für Familien besonders interessant macht.
- Antrag vollständig digital, Gebühr für den Hauptantragsteller 1.080 Ringgit, je Angehörigem 540 Ringgit, seit Mai 2025 nicht erstattungsfähig.
- Eine Festanstellung bei einem malaysischen Unternehmen ist nicht gestattet; Freelancer dürfen laut MDEC-FAQ neben ausländischen auch malaysische Kunden bedienen.
Die Einkommensstaffelung ist der entscheidende Punkt: Wenn du im Technologiebereich arbeitest, ist die Hürde mit 24.000 US-Dollar im Jahr eine der niedrigsten weltweit für einen offiziellen, mehrjährigen Aufenthaltstitel. Wenn du beratend oder kaufmännisch tätig bist, liegt sie mit 60.000 US-Dollar deutlich höher, und du solltest genau prüfen, in welche Kategorie deine Tätigkeit fällt.
Für wohlhabendere oder ältere Interessenten existiert außerdem das Programm MM2H, das inzwischen in Stufen mit unterschiedlich hohen Festgeldeinlagen gegliedert ist und ein Mindestalter von 25 Jahren vorsieht. Das ist ein anderes Produkt mit anderer Zielgruppe, und wer aus Altersgründen dorthin schaut, findet die passendere Einordnung auf ruhestandimausland.com. Alle Wege mit Voraussetzungen, Gebühren und Verfahrensschritten im Detail findest du auf unserer Visa-Seite Malaysia.
Für Österreicher und Schweizer: Visumfreiheit und DE-Rantau-Bedingungen sind identisch zu Deutschland. Unterschiede entstehen erst bei der Ansässigkeitsfrage zu Hause.
Steuern vor Ort: die Bedingung
Hier steht der wichtigste Absatz dieser Seite, und er wird in den meisten Ratgebern falsch dargestellt.
Malaysia besteuert territorial. Einkünfte aus malaysischen Quellen sind steuerpflichtig, mit einem progressiven Tarif. Ausländische Einkünfte blieben jahrzehntelang generell unbesteuert.
Seit dem 1. Januar 2022 gilt: Ausländische Einkünfte, die ein in Malaysia ansässiger Steuerpflichtiger nach Malaysia einführt, sind grundsätzlich steuerpflichtig. Gleichzeitig wurde eine Befreiung erlassen, die zunächst bis Ende 2026 laufen sollte und im Rahmen des Haushalts 2026 für natürliche Personen bis zum 31. Dezember 2036 verlängert wurde. Für Gesellschaften und Personengesellschaften wurde die Befreiung auf ausländische Dividenden und Veräußerungsgewinne bis Ende 2030 erweitert.
Damit hört die Darstellung in fast allen Artikeln auf, und genau hier liegt der Fehler.
Die Befreiung ausländischer Einkünfte ist an eine Bedingung geknüpft, und hier musst du genau hinsehen, weil die Bedingung für natürliche Personen anders lautet als für Gesellschaften. Für dich als natürliche Person gilt: Die Einkünfte müssen im Quellenstaat einer Steuer unterlegen haben („subject to tax"). Einen Mindestsatz verlangt das Gesetz hier nicht. Der oft zitierte 15-Prozent-Maßstab existiert, gilt aber nur für Dividenden, die Gesellschaften und LLPs vereinnahmen, dort als fester Headline-Rate-Test samt Substanzanforderung.
Was heißt das praktisch? Wenn deine Einkünfte über eine Struktur laufen, die im Quellenstaat gar keine Steuer auslöst, etwa eine steuerlich transparente US-LLC ohne US-Steuerpflicht, ist die Bedingung nicht erfüllt, und die Befreiung greift bei Überweisung nach Malaysia nicht automatisch. Ob eine Quellensteuer, eine ausländische Veranlagung oder eine minimale Besteuerung genügt, hängt am Einzelfall und an den Verwaltungsleitlinien der LHDN. Genau diese Frage solltest du vor dem Umzug gegen deinen tatsächlichen Zahlungsfluss prüfen lassen, nicht danach.
Für dich als Nomade ist das der springende Punkt. Wenn deine Einkünfte über eine Struktur laufen, die im Quellenstaat gar nicht besteuert wird, greift die Befreiung nicht automatisch so, wie sie für Dividenden aus einem Hochsteuerland greifen würde. Wer also eine transparente US-Gesellschaft ohne dortige Besteuerung nutzt, in Malaysia ansässig wird und Geld nach Malaysia überweist, sollte diese Frage konkret gegen seinen tatsächlichen Sachverhalt prüfen lassen und sich nicht auf die Schlagzeile verlassen.
Zwei weitere Punkte: Als steuerpflichtig gilt nur, was tatsächlich nach Malaysia überwiesen wird, wobei die Finanzverwaltung darunter Bargeld und elektronische Überweisungen versteht. Und die Befreiung ist nicht automatisch, sondern in der Steuererklärung zu erklären und zu belegen.
Steuerlich ansässig wird in Malaysia grundsätzlich, wer sich mindestens 182 Tage im Kalenderjahr im Land aufhält. Die laufenden Regeln führen wir im Steueratlas-Profil Malaysia, die Behandlung von Kryptowerten auf kryptosteuern.info.
Es bestehen Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz, siehe Doppelbesteuerungsabkommen.
Deine Steuerpflicht zu Hause
In Deutschland endet die unbeschränkte Steuerpflicht nur, wenn weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt bestehen, siehe unbeschränkte Steuerpflicht. Beteiligungen ab einem Prozent lösen die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG aus. Bei einem Wegzug in ein Land mit niedriger effektiver Besteuerung ist zusätzlich § 2 AStG zu prüfen.
Für Österreich gelten § 26 BAO, die Zweitwohnsitzverordnung und § 27 Abs. 6 EStG.
Für die Schweiz ist die Abmeldung bei der Wohnsitzgemeinde maßgeblich.
Der große Vorteil Malaysias gegenüber Vietnam oder Thailand: Der DE-Rantau-Pass ist ein echter, mehrjähriger Aufenthaltstitel. Damit lässt sich gegenüber dem heimischen Finanzamt eine neue Lebenssituation deutlich besser belegen als mit einer Kette von Touristenstempeln. In Kombination mit einer Aufenthaltsdauer über 182 Tagen und einer malaysischen Ansässigkeitsbescheinigung entsteht eine sauber dokumentierte Position.
Welche Unternehmensstruktur dazu passt, hängt an der oben beschriebenen Bedingung und an deinem Kundenstamm. Die Optionen stehen auf auslandsunternehmen.com, die schlanke US-Variante auf nullsteuer.llc.
Passt Malaysia zu dir
Malaysia passt, wenn du in Asien leben willst, ohne täglich Sprachbarrieren zu überwinden, wenn du gute medizinische Versorgung und moderne Wohnqualität zu niedrigen Kosten willst, und wenn du einen offiziellen Aufenthaltstitel brauchst statt einer Duldung. Für Familien ist es die stärkste Adresse Südostasiens, weil Angehörige mitkommen können und Schulen und Kliniken vorhanden sind. Für Menschen im Technologiebereich ist die Einkommenshürde von 24.000 US-Dollar ein außergewöhnlich gutes Angebot.
Es passt schlechter, wenn du soziale Lebendigkeit und eine dichte Nomadenszene suchst, wenn dir das permanente Klimaanlagenleben zusetzt, oder wenn du beratend tätig bist und die 60.000-Dollar-Schwelle nicht erreichst.
Wer mehr Leben und mehr Szene will, findet das in Thailand. Wer günstiger will und die Rechtsunsicherheit aushält, in Vietnam. Wer Englisch als Alltagssprache schätzt, aber Inseln statt Metropole will, sollte auf die Philippinen schauen. Die Gegenüberstellung steht in Asien-Basen im Vergleich.
Wer den Umzug plant, sollte die Frage der Quellenbesteuerung vorab klären, weil sie über die Attraktivität des gesamten Modells entscheidet. Die Beratung dazu läuft über die STM Corporate Group und Perspektive Ausland.
Wer den Schritt konkret plant, klärt Ansässigkeit und Struktur vor dem Umzug, nicht danach. Das ist der eine Fehler, der sich später nicht mehr reparieren lässt.
Häufige Fragen
Wie günstig arbeitet es sich in Malaysia mit Internet und wie liegt die Zeitzone?
Die Versorgung ist gut, Glasfaser mit 300 bis 800 Mbit kostet grob 20 bis 40 Euro im Monat, Mobilfunk und 5G sind solide ausgebaut. Die Zeitzone ist UTC+8, also sechs Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und sieben im Winter, eine Stunde ungünstiger als Thailand. Wenn dein Kunde in Zürich um neun Uhr beginnt, ist es bei dir fünfzehn Uhr, die Überschneidung liegt an deinem Nachmittag und späten Abend. Machbar, aber du sitzt regelmäßig um zwanzig oder einundzwanzig Uhr in Calls.
Was kostet das Leben in Kuala Lumpur oder Penang pro Monat?
Realistisch liegst du in Kuala Lumpur bei 1.000 bis 1.600 Euro im Monat, in Penang bei 850 bis 1.400 Euro. Damit ist Malaysia günstiger als Thailand bei besserer Wohnqualität und besserem Englisch. In Kuala Lumpur bekommst du für 500 bis 700 Euro eine moderne Wohnung mit Pool, Fitnessraum und Sicherheitsdienst in guter Lage, ein Preis-Ausstattungs-Verhältnis, das es in keiner anderen Hauptstadt der Region gibt.
Was verlangt der DE Rantau Nomad Pass in Malaysia?
Der DE Rantau Nomad Pass erlaubt einen Aufenthalt von 3 bis 12 Monaten, verlängerbar um ein weiteres Jahr, also bis zu 24 Monate. Die Einkommensschwelle ist gestaffelt: 24.000 US-Dollar im Jahr für Berufe im Technologiebereich und 60.000 US-Dollar für alle übrigen Tätigkeiten wie Finanzen, Vertrieb, Beratung oder Management. Ehepartner und Kinder können mitkommen, der Antrag läuft vollständig digital, die Gebühr für den Hauptantragsteller liegt bei 1.080 Ringgit. Eine Festanstellung bei einem malaysischen Unternehmen ist nicht gestattet, Freelancer dürfen neben ausländischen aber auch malaysische Kunden bedienen.
Bleiben meine ausländischen Einkünfte in Malaysia wirklich unbesteuert?
Malaysia besteuert territorial, und für natürliche Personen wurde eine Befreiung für ausländische Einkünfte bis zum 31. Dezember 2036 verlängert. Die Befreiung ist aber an eine Bedingung geknüpft: Die Einkünfte müssen im Quellenstaat besteuert worden sein. Für natürliche Personen verlangt das Gesetz keine Mindesthöhe; der 15-Prozent-Maßstab gilt nur für Dividenden von Gesellschaften. Wenn deine Einkünfte über eine Struktur laufen, die im Quellenstaat gar nicht besteuert wird, greift die Befreiung nicht automatisch. Diese Frage solltest du gegen deinen tatsächlichen Sachverhalt prüfen lassen.
Ab wann gelte ich in Malaysia als steuerlich ansässig?
Steuerlich ansässig wird in Malaysia grundsätzlich, wer sich mindestens 182 Tage im Kalenderjahr im Land aufhält. Steuerpflichtig ist dabei nur, was tatsächlich nach Malaysia überwiesen wird, worunter die Finanzverwaltung Bargeld und elektronische Überweisungen versteht. Die Befreiung für ausländische Einkünfte gilt außerdem nicht automatisch, sondern muss in der Steuererklärung erklärt und belegt werden.
Warum ist die Einreise nach Malaysia so einfach und wie lange darf ich bleiben?
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Einreise visumfrei mit einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen, was großzügiger ist als bei den meisten Nachbarn. Vor der Anreise musst du nur die digitale Ankunftserklärung online ausfüllen. Ein großer Alltagsvorteil ist außerdem, dass Englisch Verwaltungs- und Geschäftssprache ist, du wirst also überall verstanden, selbst im Taxi, beim Arzt und im Mietvertrag.