Georgien hat jahrelang eine Sonderstellung eingenommen, und zwar aus einem sehr einfachen Grund: Du kannst mit deutschem, österreichischem oder schweizerischem Pass einreisen und 365 Tage bleiben. Ohne Visum, ohne Antrag, ohne Behörde. Ein Jahr. Am Stück. Das gibt es sonst nirgends.
Dazu kam ein Steuersystem, das für Selbstständige so günstig ist, dass man es zweimal lesen muss, um es zu glauben, und eine Hauptstadt, in der ein gutes Leben lange sehr wenig gekostet hat.
Das ist die eine Hälfte der Geschichte. Die andere Hälfte ist, dass sich 2026 mehr verändert hat, als die meisten Ratgeber abgebildet haben. Georgien ist weiterhin eines der interessantesten Länder in diesem Ranking. Es ist nur nicht mehr das rechtsfreie Paradies, als das es zwischen 2020 und 2024 herumgereicht wurde. Wir gehen beide Hälften durch.
Der Alltag
Tiflis ist eine Stadt, in der man sofort ankommt. Sie ist klein genug, um sie zu Fuß und mit der Metro zu bewältigen, alt genug, um überall Substanz zu haben, und schräg genug, um interessant zu bleiben. Man wohnt in Altbauten mit geschnitzten Holzbalkonen und Innenhöfen, sitzt in Cafés, die von Leuten in den Zwanzigern betrieben werden, und isst abends in einer Kellerwirtschaft, in der seit dreißig Jahren dasselbe gekocht wird.
Der georgische Alltag ist entspannt, informell und persönlich. Dinge werden über Menschen geregelt, nicht über Formulare. Das ist angenehm, solange es funktioniert, und mühsam, wenn nicht. Die Verwaltung ist erstaunlich digitalisiert: Eine Firmengründung oder eine Steuerregistrierung dauert oft nur wenige Tage, und die Behördenkultur ist im regionalen Vergleich bemerkenswert unbürokratisch.
Was Tiflis besonders macht, ist die Mischung. Die Stadt ist gleichzeitig postsowjetisch, kaukasisch, orthodox, sehr jung und sehr international. Seit 2022 lebt eine große russischsprachige Gemeinde hier, was Preise, Gastronomie und Stimmung deutlich verändert hat.
Die Basen
Tiflis ist für praktisch jeden die richtige Wahl. Innerhalb der Stadt sind Vera und Sololaki die naheliegenden Viertel: zentral, hübsch, viele Cafés, alles zu Fuß. Vake ist bürgerlicher, grüner und teurer, mit Park und guten Restaurants. Saburtalo ist unspektakulär, modern und deutlich günstiger. Die Altstadt ist schön und touristisch, zum Wohnen aber laut.
Batumi am Schwarzen Meer ist die zweite Option und polarisiert. Im Sommer eine lebendige Küstenstadt mit Strand, Bergen im Rücken und niedrigen Mieten. Im Winter weitgehend leer, feucht und grau. Als Sommerbasis gut, als Ganzjahresstandort selten die richtige Wahl.
Kutaissi ist vor allem als Flughafen relevant, weil Wizz Air von hier aus günstig nach ganz Europa fliegt. Die Stadt selbst ist deutlich provinzieller.
Und dann gibt es das, was Georgien wirklich auszeichnet: die Berge. Kasbegi liegt drei Stunden von Tiflis, Swanetien mit seinen mittelalterlichen Wehrtürmen etwas weiter. Für jemanden, der am Wochenende raus will, ist das eine Qualität, mit der kein Strandziel mithalten kann.
Internet und Arbeiten
Die Verbindungsqualität in Tiflis reicht für den Arbeitsalltag ordentlich aus, ist aber kein Spitzenwert: Im Festnetz-Median liegt Georgien am unteren Ende der Region; den Schnitt drücken vor allem die Regionen außerhalb der Hauptstadt, Glasfaser in Tiflis liefert im Alltag zuverlässig. Glasfaser mit 50 bis 100 Mbit kostet zwischen 50 und 100 Lari im Monat, also etwa 17 bis 33 Euro; höhere Bandbreiten sind in Tiflis buchbar, aber nicht der Standard. Mobiles Internet über Magti oder Silknet ist günstig und in bewohnten Gebieten zuverlässig. In den Bergen wird es schnell dünn, und wer aus Swanetien arbeiten will, braucht eine ehrliche Erwartungshaltung.
Stromausfälle kommen in Altbauten vor und dauern selten lange. Eine Powerbank für den Router ist trotzdem eine gute Investition.
Die Coworking-Landschaft in Tiflis ist gewachsen und gut, mit mehreren ernsthaften Häusern und Preisen zwischen 250 und 600 Lari im Monat. Die Café-Kultur ist außerdem so ausgeprägt, dass viele gar keinen festen Platz brauchen.
Essen und Wein
Das ist der Teil, den niemand erwartet und über den anschließend alle reden.
Georgische Küche ist eigenständig, alt und ausgesprochen gut. Chatschapuri in seinen regionalen Varianten, Chinkali, Walnusssaucen, gegrilltes Fleisch, eine ungewöhnliche Vielfalt an Kräutern und eine vegetarische Tradition, die weit über das hinausgeht, was man in der Region vermuten würde. Die Portionen sind groß, die Preise niedrig, und die Qualität in einfachen Lokalen oft besser als in gehobenen.
Und dann der Wein. Georgien beansprucht mit guten archäologischen Argumenten, die älteste durchgehende Weinbautradition der Welt zu haben, mit Vergärung in tönernen Qvevri unter der Erde. Die Naturweinszene ist international ernstgenommen, die Weingüter in Kachetien sind in zwei Stunden erreichbar, und eine gute Flasche kostet im Laden unter zehn Euro.
Wer aus Mitteleuropa kommt, sollte außerdem wissen, dass die Supra, das georgische Festessen mit Tamada und Trinksprüchen, keine Folklore für Touristen ist, sondern eine lebende soziale Institution. Wer eingeladen wird, sollte hingehen und nichts anderes für den nächsten Tag planen.
Menschen und Anschluss
Hier liegt Georgiens eigentliche Stärke, und sie wird in Rankings praktisch nie gemessen.
Georgier sind gastfreundlich in einer Weise, die tatsächlich zu Freundschaften führt, nicht nur zu freundlicher Bedienung. Die Schwelle ist niedrig, das Interesse an Fremden echt, und wer ein paar Monate bleibt, hat georgische Bekannte, nicht nur einen Vermieter. Das ist der Unterschied zu Dubai und in gewissem Maße auch zu Bali: Hier entsteht etwas, das über die eigene Blase hinausgeht.
Englisch sprechen jüngere Menschen in Tiflis gut, ältere oft Russisch. Deutsch ist selten. Die georgische Schrift ist eine eigene, wunderschöne Herausforderung, und schon das Erlernen des Alphabets bringt unverhältnismäßig viel Wohlwollen ein.
Die internationale Gemeinde ist mittelgroß und gemischt: Selbstständige, Gründer, Krypto-Leute, seit 2022 eine sehr große russische und belarussische Präsenz. Diese Zuwanderung ist innergesellschaftlich nicht unumstritten, und man tut gut daran, das Thema mit Vorsicht anzufassen.
Kosten
Wichtige Vorbemerkung: Tiflis war einmal spottbillig und ist es nicht mehr. Die Zuwanderung seit 2022 hat besonders die Mieten in den beliebten Vierteln stark angehoben. Wer mit Zahlen aus einem Blogartikel von 2021 plant, wird enttäuscht.
| Position | Tiflis | Batumi |
|---|---|---|
| Möbliertes Studio, gute Lage | 800–1.400 GEL | 600–1.100 GEL |
| 1-Schlafzimmer-Wohnung, Vera / Vake | 1.500–2.800 GEL | 900–1.800 GEL |
| Essen (Markt und auswärts) | 900–1.600 GEL | 800–1.400 GEL |
| Glasfaser | 50–100 GEL | 50–100 GEL |
| Coworking, fester Platz | 250–600 GEL | 200–450 GEL |
| Nahverkehr | 30–60 GEL | 30–60 GEL |
| Private Krankenversicherung, lokal | 80–250 GEL | 80–250 GEL |
Realistisch lebst du in Tiflis gut für 900 bis 1.500 Euro im Monat, in Batumi für 700 bis 1.200 Euro. Das ist im europäischen Vergleich immer noch sehr günstig, aber nicht mehr die Sensation von vor fünf Jahren.
Das Bankwesen ist ein eigener Punkt. Bank of Georgia und TBC waren lange bemerkenswert offen für Ausländer, haben die Prüfungen aber deutlich verschärft, insbesondere gegenüber Staatsangehörigen bestimmter Länder. Ein Konto zu bekommen ist für Personen aus dem deutschsprachigen Raum in der Regel weiterhin machbar, aber nicht mehr selbstverständlich. Wer Alternativen braucht, findet die Systematik auf freedombanking.plus.
Gesundheit und Sicherheit
Das ist die klare Schwäche des Landes. Die medizinische Versorgung ist für Alltagsfälle brauchbar und für ernste Fälle nicht auf mitteleuropäischem Niveau. Es gibt gute private Kliniken in Tiflis, aber die Tiefe fehlt, und bei komplexen Diagnosen ist eine Ausreise nach Istanbul, Wien oder Deutschland der übliche Weg.
Daraus folgt eine klare Anforderung: Deine Versicherung muss medizinische Evakuierung einschließen. Das ist bei Georgien kein Luxusbaustein, sondern der eigentliche Grund für die Police. Details im Versicherungsleitfaden und in der Übersicht zur medizinischen Versorgung.
Alltagssicherheit ist dagegen ausgezeichnet. Tiflis ist eine der sichersten Städte, in denen man leben kann, Kleinkriminalität ist selten, und nächtliches Unterwegssein ist unproblematisch. Der georgische Straßenverkehr ist allerdings ein eigenes Erlebnis und der Hauptrisikofaktor im Land.
Politik
Das gehört in ein ehrliches Profil, auch wenn es unbequem ist. Georgien befindet sich seit 2024 in einer angespannten innenpolitischen Lage mit anhaltenden Protesten und einem faktisch ins Stocken geratenen EU-Annäherungsprozess. Dazu kommt die geografische Realität: Zwei Regionen des Landes stehen unter russischer Kontrolle, und die Grenze zu Russland ist unmittelbar.
Für den Alltag als Zugezogener hat das bislang wenig Konsequenzen. Für die Frage, ob du dein Leben und deine Struktur langfristig hier verankerst, ist es eine Variable, die du bewusst bewerten solltest und nicht wegdiskutieren kannst. Die Systematik zur Bewertung solcher Lagen steht im Leitfaden zur geopolitischen Sicherheit.
Klima
Tiflis hat ein kontinentales Klima mit vier echten Jahreszeiten. Die Sommer sind heiß, im Juli und August regelmäßig über fünfunddreißig Grad und in der Stadt drückend. Die Winter sind kalt, aber nicht extrem, mit gelegentlichem Schnee. Frühling und Herbst sind hervorragend, und der Oktober in Kachetien zur Weinlese gehört zu den schönsten Zeiten, die dieses Land zu bieten hat.
Batumi ist subtropisch und feucht, mit sehr viel Niederschlag. Die Berge sind ganzjährig zugänglich, wobei die Hochlagen im Winter teils abgeschnitten sind. Wer Skifahren will, findet in Gudauri ernsthafte Bedingungen zu lächerlichen Preisen.
Anreise und Zeitzone
Georgien liegt auf UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist für die Zusammenarbeit mit dem deutschsprachigen Raum praktisch ideal: Du beginnst früher und hast den Nachmittag gemeinsam.
Fliegen ist der schwächere Teil. Tiflis hat Direktverbindungen nach München, Wien, Berlin und Warschau, allerdings nicht in hoher Frequenz und saisonal schwankend. Kutaissi ist der Wizz-Air-Hub mit sehr günstigen Verbindungen nach Mitteleuropa, liegt aber drei bis vier Stunden von Tiflis entfernt. Umsteigeverbindungen über Istanbul sind die zuverlässigste Variante und meistens die schnellste.
Rechne mit fünf bis sieben Stunden Gesamtreisezeit ab dem deutschsprachigen Raum. Das ist deutlich mehr als in die Türkei und deutlich weniger als nach Asien.
Einreise und die neue Arbeitserlaubnis
Der Klassiker: Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und rund 90 weiteren Ländern dürfen visumfrei einreisen und bis zu 365 Tage am Stück bleiben. Kein Antrag, keine Gebühr. Seit dem 1. Januar 2026 musst du bei der Einreise allerdings eine Reisekrankenversicherung mit einer Deckung von mindestens 30.000 Lari nachweisen können. Nach der Ausreise beginnt die Frist neu.
Und jetzt der Teil, den die meisten Ratgeber noch nicht abbilden.
Zum 1. März 2026 ist in Georgien eine grundlegende Reform des Arbeitsmigrationsrechts in Kraft getreten. Ausländer, die im Land bezahlter Beschäftigung, Selbstständigkeit oder unternehmerischer Tätigkeit nachgehen, benötigen künftig ein Recht auf Arbeits- beziehungsweise Unternehmertätigkeit, das beim zuständigen Ministerium beantragt wird und dessen Prüfung bis zu 30 Kalendertage dauern kann. Erst danach kann der entsprechende Aufenthaltstitel beziehungsweise das D1-Visum beantragt werden.
Betroffen sind ausdrücklich auch Einzelunternehmer, die zuvor über eine einfache Online-Registrierung tätig waren und nun als selbstständige Ausländer unter das neue Regime fallen. Die Übergangsfristen sind gestaffelt: Bereits aktive Selbstständige mussten ihr Arbeitsrecht bis zum 1. Mai 2026 beantragen; für Beschäftigte und zum Stichtag im System Registrierte läuft die Frist bis zum 1. Januar 2027. Ausnahmen bestehen unter anderem für Inhaber von Investitions- oder Daueraufenthaltstiteln.
Was das praktisch bedeutet: Die georgische Struktur, also Individual Entrepreneur plus Small Business Status, ist nicht mehr formlos. Sie funktioniert weiterhin, aber sie ist ab 2026 ein Verfahren mit Antrag, Prüfung und Fristen, und wer sie nutzt, sollte sie sauber aufsetzen, statt sie nebenbei zu erledigen. Wer Georgien lediglich als Aufenthaltsort mit ausländischer Struktur nutzt und dort nicht unternehmerisch tätig wird, bewegt sich in einer vom neuen Recht nicht sauber geregelten Zone: Eine ausdrückliche Freistellung für reine Remote-Arbeit gibt es nicht, die Praxis duldet sie bislang. Alle Wege mit Voraussetzungen, Gebühren und Verfahrensschritten im Detail findest du auf unserer Visa-Seite Georgien.
Für Österreicher und Schweizer: Bei Einreise und Aufenthaltsdauer gibt es keinen Unterschied. Die neue Arbeitserlaubnispflicht gilt gleichermaßen. Unterschiede entstehen erst bei der Ansässigkeitsfrage zu Hause.
Steuern vor Ort
Hier wird es für Selbstständige interessant.
Georgien besteuert natürliche Personen territorial. Einkünfte aus ausländischen Quellen bleiben bei georgischen Steueransässigen grundsätzlich unbesteuert. Der reguläre Einkommensteuersatz beträgt 20 Prozent auf georgische Quellen.
Die bekannte Gestaltung ist der Individual Entrepreneur mit Small Business Status:
- 1 Prozent Steuer auf den Umsatz, nicht auf den Gewinn, bis zu einem Jahresumsatz von 500.000 Lari, also grob 165.000 Euro.
- Oberhalb dieser Schwelle steigt der Satz auf 3 Prozent.
- Ohne Small Business Status greifen 20 Prozent auf den Nettogewinn.
- Umsatzsteuerbefreiung unterhalb von 100.000 Lari Umsatz; Leistungen an ausländische Kunden sind typischerweise ohnehin nicht umsatzsteuerbar.
- Jahreserklärung, minimale Buchführungspflichten.
Zwei Einschränkungen, die regelmäßig übersehen werden. Erstens sind nicht alle Tätigkeiten zugelassen; klassische Beratungstätigkeiten sind vom Small Business Status ausgenommen. Wer sich als Berater registriert und trotzdem den 1-Prozent-Satz beansprucht, hat ein Problem, sobald die Steuerbehörde den tatsächlichen Tätigkeitsinhalt prüft. Zweitens darf das Vertragsverhältnis nicht faktisch ein Arbeitsverhältnis sein, unabhängig davon, wie der Vertrag betitelt ist.
Eine begrüßenswerte Änderung: Mit einem Erlass des Finanzministeriums vom 5. Februar 2026, in Kraft seit dem 7. März 2026, wird der Small Business Status ab dem Tag der Antragstellung wirksam und nicht mehr erst ab dem Ersten des Folgemonats. Die frühere Lücke, in der Einkünfte zwischen Registrierung und Statusaktivierung mit 20 Prozent besteuert wurden, ist damit geschlossen.
Wichtig zum Verständnis: Der 1-Prozent-Status ist eine Besteuerungsform, keine Ansässigkeitsbescheinigung. Er löst weder die Frage, ob du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz noch steuerpflichtig bist, noch ersetzt er einen sauberen Wegzug. Genau hier scheitern die meisten Georgien-Konstruktionen. Die laufenden Details führen wir im Steueratlas-Profil Georgien, die Behandlung von Kryptowerten auf kryptosteuern.info.
Deine Steuerpflicht zu Hause
In Deutschland endet die unbeschränkte Steuerpflicht erst, wenn weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt bestehen. Ein georgischer 1-Prozent-Status ändert daran nichts. Wer weiterhin über eine jederzeit verfügbare Wohnung in Deutschland verfügt, bleibt unbeschränkt steuerpflichtig, und die georgische Struktur wird dann zum Nachteil statt zum Vorteil. Die Abgrenzung steht unter unbeschränkte Steuerpflicht.
Beteiligungen ab einem Prozent an Kapitalgesellschaften lösen beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG aus, wobei Georgien ein Drittland ist. Zusätzlich ist bei einem Wegzug in ein Niedrigsteuerland die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG zu prüfen.
Zwischen Deutschland und Georgien besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, ebenso zwischen Österreich und Georgien sowie der Schweiz und Georgien. Bei sauberer Ansässigkeit regelt das Abkommen, welcher Staat besteuert, siehe Doppelbesteuerungsabkommen.
Für Österreich gelten § 26 BAO, die Zweitwohnsitzverordnung und die eigene Wegzugsbesteuerung nach § 27 Abs. 6 EStG.
Für die Schweiz ist die Abmeldung bei der Wohnsitzgemeinde maßgeblich, mit kantonal unterschiedlicher Prüfungstiefe.
Ob eine georgische Struktur für dich überhaupt die richtige ist oder ob eine US-LLC oder eine andere Gesellschaftsform besser passt, hängt an Kundenstruktur, Tätigkeitsart und Herkunftsland. Der Vergleich steht auf auslandsunternehmen.com.
Passt Georgien zu dir
Georgien passt, wenn du Selbstständiger mit ausländischen Kunden bist, wenn du eine sehr niedrige Steuerlast bei gleichzeitig europäischer Zeitzone willst, wenn du Berge, Wein und echte Gastfreundschaft schätzt, und wenn du bereit bist, die Struktur ordentlich aufzusetzen statt improvisiert.
Es passt schlechter, wenn du auf verlässliche medizinische Spitzenversorgung angewiesen bist, wenn dir häufige und günstige Flugverbindungen wichtig sind, oder wenn du politische Stabilität als harte Anforderung führst.
Wenn du die Zeitzone und die niedrigen Kosten schätzt, aber mehr Infrastruktur brauchst, ist die Türkei die naheliegende Alternative. Wenn du noch ruhiger und noch günstiger willst, sieh dir Armenien an. Und wenn null Prozent statt einem Prozent das Ziel ist, führt der Vergleich zu den Emiraten und zur Übersicht Null-Steuer-Basen.
Der georgische Fehler Nummer eins ist, die Struktur vor dem Wegzug aufzusetzen und den Wegzug selbst nie sauber zu vollziehen. Wer das in der richtigen Reihenfolge macht, hat eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse, die es derzeit gibt. Die Beratung dazu läuft über die STM Corporate Group und Perspektive Ausland.
Wer den Schritt konkret plant, klärt Ansässigkeit und Struktur vor dem Umzug, nicht danach. Das ist der eine Fehler, der sich später nicht mehr reparieren lässt.
Häufige Fragen
Wie viele Tage darf ich als Deutscher visumfrei in Georgien bleiben?
Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und rund 90 weiteren Ländern dürfen visumfrei einreisen und bis zu 365 Tage am Stück bleiben. Es gibt keinen Antrag und keine Gebühr; seit dem 1. Januar 2026 musst du bei der Einreise aber eine Reisekrankenversicherung mit mindestens 30.000 Lari Deckung nachweisen können. Nach der Ausreise beginnt die Frist neu.
Wie viel Zeitverschiebung hat Georgien zu Europa, und passt das zum Arbeiten für deutsche Kunden?
Georgien liegt auf UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist für die Zusammenarbeit mit dem deutschsprachigen Raum praktisch ideal. Du beginnst früher und hast den Nachmittag gemeinsam mit deinen Kunden.
Was kostet das Leben in Tiflis oder Batumi im Monat?
Realistisch lebst du in Tiflis gut für 900 bis 1.500 Euro im Monat, in Batumi für 700 bis 1.200 Euro. Das ist im europäischen Vergleich immer noch sehr günstig, aber nicht mehr die Sensation von vor fünf Jahren. Tiflis war einmal spottbillig, die Zuwanderung seit 2022 hat besonders die Mieten in den beliebten Vierteln stark angehoben.
Wie funktioniert das georgische 1-Prozent-Steuermodell für Selbstständige?
Georgien besteuert natürliche Personen territorial, ausländische Einkünfte bleiben bei Ansässigen grundsätzlich unbesteuert. Über den Individual Entrepreneur mit Small Business Status zahlst du 1 Prozent Steuer auf den Umsatz, nicht auf den Gewinn, bis zu einem Jahresumsatz von 500.000 Lari (grob 165.000 Euro), darüber 3 Prozent. Wichtig: Klassische Beratungstätigkeiten sind vom Small Business Status ausgenommen, und der Status ist eine Besteuerungsform, keine Ansässigkeitsbescheinigung.
Was hat sich 2026 an der Arbeitserlaubnis in Georgien geändert?
Zum 1. März 2026 ist eine grundlegende Reform des Arbeitsmigrationsrechts in Kraft getreten. Ausländer, die im Land bezahlter Beschäftigung, Selbstständigkeit oder unternehmerischer Tätigkeit nachgehen, brauchen künftig ein Recht auf Arbeits- beziehungsweise Unternehmertätigkeit, das beim zuständigen Ministerium beantragt wird und dessen Prüfung bis zu 30 Kalendertage dauern kann. Betroffen sind ausdrücklich auch Einzelunternehmer. Die Übergangsfristen sind gestaffelt: Bereits aktive Selbstständige mussten ihr Arbeitsrecht bis zum 1. Mai 2026 beantragen, für Beschäftigte und zum Stichtag im System Registrierte läuft die Frist bis zum 1. Januar 2027.
Wie gut ist die medizinische Versorgung in Georgien?
Das ist die klare Schwäche des Landes. Die Versorgung ist für Alltagsfälle brauchbar, für ernste Fälle aber nicht auf mitteleuropäischem Niveau. Es gibt gute private Kliniken in Tiflis, aber bei komplexen Diagnosen ist eine Ausreise nach Istanbul, Wien oder Deutschland der übliche Weg. Deine Versicherung muss deshalb unbedingt eine medizinische Evakuierung einschließen.