Mauritius für digitale Nomaden 2026

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Mauritius für digitale Nomaden 2026

Mauritius ist das einzige Land in diesem Ranking, das gleichzeitig tropische Insel, funktionierender Rechtsstaat, reguliertes Finanzzentrum und ein Ort mit zwei Stunden Zeitunterschied zu Europa ist.

Das klingt nach einer Aufzählung von Werbeversprechen, ist aber ungewöhnlich präzise. Die Insel liegt auf UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit. Du arbeitest denselben Tag wie deine Kunden. Gleichzeitig hast du Lagune, Berge, Regenwald und ganzjährig warmes Wasser vor der Tür. Das Rechtssystem ist eine gewachsene Mischung aus französischem Zivilrecht und englischem Common Law, die Politik ist stabil, die Sprache Englisch und Französisch, und das Steuersystem arbeitet mit einer flachen Rate und dem Remittance-Prinzip.

Was dagegen steht: Die Insel ist klein, es ist teuer für das, was es ist, und nach drei bis vier Monaten kennst du sie. Auch das behandeln wir offen.

Der Alltag

Mauritius ist entspannt, ordentlich und im besten Sinne unspektakulär. Die Straßen sind in Ordnung, der Strom fällt selten aus, die Verwaltung funktioniert, und die Kriminalität ist niedrig. Man merkt schnell, dass dieses Land in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich sehr viel erreicht hat.

Der Alltag ist auf das Auto ausgerichtet. Öffentlicher Nahverkehr existiert in Form von Bussen und einer Metrolinie zwischen Port Louis und Curepipe, ist aber für Zugezogene selten praktikabel. Ein Mietwagen oder ein gekauftes Fahrzeug ist faktisch Voraussetzung, und die Insel ist klein genug, dass man in gut einer Stunde von Nord nach Süd kommt.

Was für Zugezogene angenehm ist: Man versteht sich überall. Englisch ist Amtssprache, Französisch ist die verbreitete Umgangssprache, Kreolisch ist die eigentliche Alltagssprache. Wer Französisch spricht, kommt überall durch, wer nur Englisch spricht, ebenfalls.

Die Gesellschaft ist multiethnisch und multireligiös, mit indischen, kreolischen, chinesischen und französischen Wurzeln, und das funktioniert bemerkenswert reibungslos.

Die Basen

Grand Baie im Norden ist der Ort mit der größten internationalen Präsenz: Restaurants, Läden, Supermärkte, Wassersport, eine ausländische Gemeinde. Praktisch und lebendig, aber touristisch und im Hochsommer voll.

Tamarin und Black River im Westen sind ruhiger, landschaftlich schöner und bei langfristig Zugezogenen beliebt, mit Bergen im Rücken, guten Stränden und einer wachsenden Gemeinde. Für viele die angenehmste Adresse der Insel.

Ebène und Moka in der Mitte sind das Geschäfts- und Technologiezentrum, mit Bürogebäuden, Coworking und der besten Anbindung, dafür ohne Strand.

Port Louis ist die Hauptstadt, geschäftig und heiß, mit dem Markt und dem Hafen, aber selten die erste Wahl zum Wohnen.

Der Süden um Souillac ist deutlich ruhiger, wilder und günstiger, mit weniger Infrastruktur.

Internet und Arbeiten

Hier ist Mauritius überraschend stark. Glasfaser ist auf der Insel weitgehend flächendeckend, mit Geschwindigkeiten von 100 bis 500 Mbit, und kostet zwischen 1.200 und 2.500 Rupien im Monat, umgerechnet grob 24 bis 50 Euro. Der Mobilfunk ist gut ausgebaut.

Mauritius hat sich bewusst als regionales Technologie- und Finanzzentrum positioniert, und die digitale Infrastruktur spiegelt das. Stromausfälle sind selten.

Coworking gibt es in Ebène, Grand Baie und im Westen in ordentlicher Auswahl, mit Preisen zwischen 6.000 und 14.000 Rupien monatlich für einen festen Platz. Die Auswahl ist kleiner als in Kapstadt oder Lissabon, aber die Qualität stimmt.

Essen

Die mauritische Küche ist eine der interessantesten Mischküchen dieser Liste. Indische, kreolische, chinesische und französische Traditionen sind hier über Generationen verschmolzen: Curries, Rougaille, Farata, Dholl Puri, chinesische Nudelgerichte, dazu französische Backwaren und eine ernsthafte Patisserie-Tradition.

Das Straßenessen ist ausgezeichnet und spottbillig. Ein Dholl Puri kostet umgerechnet unter einem Euro, und die Stände in Port Louis und an den Küstenorten sind eine eigene Entdeckung.

Fisch und Meeresfrüchte sind hervorragend und frisch.

Die Einschränkung: Restaurants im mittleren und gehobenen Segment sind teuer, weil sie überwiegend auf Hotelgäste ausgerichtet sind. Ein Abendessen zu zweit in einem guten Lokal kostet schnell so viel wie in Europa. Und die Auswahl an internationaler Küche ist begrenzt, weil die Insel klein ist.

Wer auf dem Markt einkauft und lokal isst, lebt sehr gut und sehr günstig. Wer abends im Restaurant isst, zahlt europäisch.

Menschen und Anschluss

Mauritier sind freundlich, zurückhaltend und höflich. Der Umgang ist unkompliziert, und weil die Insel klein ist und die Sprachbarriere fehlt, entstehen Kontakte leicht.

Die internationale Gemeinde ist mittelgroß und stark von Südafrikanern, Franzosen und zunehmend von Zugezogenen aus dem Finanzsektor geprägt. Die deutschsprachige Präsenz ist klein, aber vorhanden.

Der ehrliche Punkt: Mauritius hat keine Nomadenszene im eigentlichen Sinn. Es gibt Expats mit Anstellung, es gibt Ruheständler, es gibt Menschen im Finanz- und Offshore-Sektor, und es gibt Immobilienkäufer. Was fehlt, ist die Dichte an Meetups, Coworking-Community und Fluktuation, die Bali, Lissabon oder Tiflis prägt.

Für manche ist das genau richtig, weil das Sozialleben stabiler und weniger oberflächlich ist. Für andere ist es der Grund, nach vier Monaten weiterzuziehen. Die Insel ist außerdem klein genug, dass sich soziale Kreise schnell überschneiden, was Vor- und Nachteile hat.

Kosten

Mauritius ist teurer, als seine Lage vermuten lässt. Vieles wird importiert, und das schlägt durch.

Position Grand Baie / Westen Ebène / Landesinneres
Möbliertes Studio, gute Lage 30.000–50.000 MUR 22.000–38.000 MUR
2-Zimmer-Wohnung mit Pool 45.000–80.000 MUR 32.000–55.000 MUR
Lebensmittel und auswärts essen 20.000–38.000 MUR 18.000–32.000 MUR
Coworking, fester Platz 6.000–14.000 MUR 6.000–12.000 MUR
Glasfaser 1.200–2.500 MUR 1.200–2.500 MUR
Auto (Miete oder Unterhalt) 15.000–30.000 MUR 15.000–30.000 MUR
Private Krankenversicherung 3.000–9.000 MUR 3.000–9.000 MUR

Realistisch liegst du bei 1.700 bis 2.600 Euro im Monat inklusive Auto. Das ist deutlich mehr als Georgien, Albanien oder Vietnam und liegt eher auf südafrikanischem bis portugiesischem Niveau.

Der Grund, warum man das trotzdem in Kauf nimmt, ist die Kombination aus Steuerregime, funktionierendem Rechtsstaat und Lebensqualität, nicht der Preis.

Ein Konto zu eröffnen ist für Ausländer mit Aufenthaltstitel möglich und für ein Land dieser Größe ungewöhnlich gut organisiert, weil Mauritius ein etabliertes Finanzzentrum ist. Viele Banken bieten Fremdwährungskonten in Euro und Dollar an. Siehe freedombanking.plus.

Gesundheit und Sicherheit

Die medizinische Versorgung ist für eine Insel dieser Größe gut. Es gibt mehrere private Kliniken auf ordentlichem Niveau, mit englisch- und französischsprachigem Personal und moderaten Kosten. Für komplexe Fälle ist die Behandlung in Südafrika, Frankreich oder Indien der übliche Weg.

Deine Versicherung sollte medizinische Evakuierung einschließen, weil die Tiefe des Angebots begrenzt ist. Details im Versicherungsleitfaden und in der Übersicht zur medizinischen Versorgung.

Die Sicherheit ist ein starker Punkt. Mauritius gehört zu den sichersten Ländern Afrikas und ist im weltweiten Vergleich unauffällig. Gewaltkriminalität gegen Ausländer ist selten, und man bewegt sich abends ohne Bedenken.

Was vorkommt, ist Einbruchdiebstahl in Ferienwohnungen und Kleinkriminalität an Stränden. Der Straßenverkehr ist der wesentliche Risikofaktor, und Linksverkehr ist für Mitteleuropäer eine Umstellung.

Zyklone

Das gehört in ein ehrliches Profil. Mauritius liegt in einer Zyklonzone, und die Saison läuft von November bis April.

In der Praxis bedeutet das meist: ein bis drei Warnstufen pro Saison, an denen die Insel für einen oder zwei Tage stillsteht, Schulen und Geschäfte schließen und man zu Hause bleibt. Schwere Zyklone mit erheblichen Schäden treten seltener auf, sind aber möglich.

Das Warnsystem ist gut organisiert und die Bauweise darauf ausgelegt. Praktisch heißt das: Warn-App installieren, in der Saison einen Vorrat für zwei bis drei Tage im Haus, und Flugpläne in dieser Zeit nicht auf Kante nähen. Siehe Leitfaden zu Naturkatastrophen und Wetterextremen.

Klima

Mauritius hat tropisches Meeresklima mit zwei Jahreszeiten.

Der Sommer von November bis April ist heiß und feucht, mit 25 bis 33 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und der Zyklonsaison. Das Wasser ist warm.

Der Winter von Mai bis Oktober ist die angenehmere Zeit, mit 18 bis 26 Grad, trockener Luft und viel Sonne. Für Arbeiten und Sport ist das die bessere Saison, das Wasser ist immer noch badbar.

Die Insel hat außerdem deutliche Mikroklimata: Der Osten ist windiger und regenreicher, der Westen um Tamarin und Black River ist trockener und sonniger, das Hochland um Curepipe ist deutlich kühler und feuchter. Die Wahl des Wohnorts entscheidet spürbar über das gefühlte Klima.

Eine praktische Anmerkung zur Winterflucht: Weil die angenehme Saison auf Mauritius von Mai bis Oktober läuft, ist die Insel eher eine Sommer- als eine Winterbasis für Europäer. Wer im europäischen Winter Sonne sucht, kommt in die feuchte und zyklonanfällige Zeit. Das ist der Unterschied zu Südafrika, wo sich die Saisons ideal ergänzen. Siehe Winterflucht aus Europa.

Anreise und Zeitzone

Direktflüge nach Mauritius gibt es ab Frankfurt, Wien und Zürich, überwiegend saisonal verdichtet, mit Flugzeiten von rund zehneinhalb bis zwölf Stunden, meist über Nacht. Ab München fliegst du mit einem Umstieg, und Umsteigeverbindungen über Dubai, Doha, Paris oder Johannesburg sind zahlreich.

Als Drehkreuz ist Mauritius begrenzt: Südafrika, Réunion, Madagaskar und die Golfstaaten sind gut erreichbar, alles andere braucht einen Umstieg. Die Insel ist eine Endstation, kein Ausgangspunkt.

Die Zeitzone ist UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist unproblematisch: Du beginnst früher und der gesamte europäische Arbeitstag liegt in deinem Nachmittag und frühen Abend. Kein Nachtarbeiten, keine verschobenen Termine. Siehe Zeitzonen und Kundenkontakt.

Der Jetlag ist bei zwei bis drei Stunden zu vernachlässigen, und weil die Flüge über Nacht gehen, verlierst du keinen Arbeitstag.

Einreise und Premium Visa

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Einreise visumfrei, mit Aufenthalten von bis zu 90 Tagen, in vielen Fällen verlängerbar.

Für längere Aufenthalte gibt es das Premium Travel Visa, 2020 eingeführt und 2022 überarbeitet. Die Eckdaten für 2026:

  • Laufzeit über sechs Monate bis zu einem Jahr, verlängerbar.
  • Einkommensnachweis: Die offiziellen Kriterien nennen keine feste Zahl; die Portalpraxis des EDB verlangt rund 1.500 US-Dollar monatlich je Erwachsenem und 500 US-Dollar je Kind, belegt über Kontoauszüge oder Kapitaleinkünfte.
  • Nachweis, dass die Haupteinkommensquelle und der Wohnsitz außerhalb von Mauritius liegen.
  • Krankenversicherung mit Geltung für Mauritius, Reise- und Unterkunftsnachweis.
  • Keine lokale Beschäftigung und kein mauritischer Arbeitsmarktzugang. Wer lokal arbeiten will, braucht ein Occupation Permit.
  • Antragstellung online, die Gebühr für die Bewerbung über das nationale Lizenzsystem entfällt.
  • Antrag auch aus Mauritius heraus während eines Touristenaufenthalts möglich.

Das Verfahren gilt als unkompliziert und die Ablehnungsquote als niedrig. Für einen ersten längeren Aufenthalt ist das Premium Visa der naheliegende Einstieg. Alle Wege mit Voraussetzungen, Gebühren und Verfahrensschritten im Detail findest du auf unserer Visa-Seite Mauritius.

Für Österreicher und Schweizer: Einreise und Premium-Visa-Bedingungen sind identisch zu Deutschland.

Die längeren Wege

Wer über ein Jahr hinaus denkt, sollte die dauerhafteren Optionen kennen, weil das Premium Visa keinen Weg zur Niederlassung eröffnet.

Das Occupation Permit gibt es in Varianten für Investoren, für Selbstständige und für Fachkräfte, jeweils mit eigenen Einkommens- oder Investitionsschwellen. Es ist der übliche Weg für alle, die tatsächlich auf Mauritius wirtschaftlich tätig werden wollen.

Für das Permanent Residence Permit wurde die Mindestqualifikationszeit mit dem Finanzgesetz 2025 von drei auf fünf Jahre verlängert. Zusätzlich wurde eine zwanzigjährige Variante für Fachkräfte ab einer bestimmten Gehaltshöhe nach fünf aufeinanderfolgenden Jahren eingeführt. Wichtig: Inhaber eines Daueraufenthaltstitels werden als normale Steueransässige behandelt, der Titel selbst schafft keine Sonderbehandlung.

Der Weg zum Immobilienerwerb läuft über ausgewiesene Programme, und ein Erwerb oberhalb bestimmter Schwellen kann eine Aufenthaltsberechtigung begründen. Zur Systematik siehe Immobilienkauf im Ausland.

Neu ist ein Golden Visa im Bereich von einer Million US-Dollar, das im Frühjahr 2026 angekündigt wurde, auf eine begrenzte Zahl von Empfängern pro Jahr zielt und als mehrjähriges, verlängerbares Mehrfacheinreisevisum ausgestaltet ist, nicht als Aufenthaltstitel im engeren Sinn. Es eröffnet für sich genommen keinen Weg zur Einbürgerung, kann aber als Zwischenschritt zu einem Occupation Permit oder einem Ruhestandstitel dienen. Für die Einbürgerung sind grundsätzlich sieben Jahre durchgehender Aufenthalt erforderlich. Wer Pass-Strategien im Blick hat, findet die Einordnung auf planbprojekt.com, wer die Ruhestandsvariante prüft, auf ruhestandimausland.com.

Steuern: das Remittance-Prinzip

Hier liegt der eigentliche strukturelle Grund für Mauritius, und er ist präziser, als die üblichen Darstellungen vermuten lassen.

Der Tarif ist seit dem Budget 2026/27 vierstufig: 0 Prozent bis 500.000 Rupien, 10 Prozent bis 1 Million, 20 Prozent bis 12 Millionen, und darüber 35 Prozent. Die frühere Fair Share Contribution ist abgeschafft und in dieser obersten Stufe aufgegangen. Entscheidend bleibt aber, was überhaupt in die Bemessungsgrundlage fällt: mauritische Einkünfte und ausländische Einkünfte nur, soweit du sie nach Mauritius überweist. Wer seine Zuflüsse plant und unterhalb von 12 Millionen Rupien im Jahr remittiert (grob 240.000 Euro), bewegt sich in den Stufen bis 20 Prozent. Die 35-Prozent-Stufe trifft nur, was du oberhalb dieser Schwelle tatsächlich ins Land holst. Nicht überwiesenes Auslandseinkommen bleibt unbesteuert, und eine Kapitalertrag- oder Erbschaftsteuer kennt Mauritius auch nach dem Budget 2026/27 nicht.

Entscheidend ist aber, was überhaupt steuerpflichtig ist. Mauritius arbeitet für Ansässige mit dem Remittance-Prinzip: Ausländische Einkünfte werden nur besteuert, wenn sie nach Mauritius überwiesen und dort auf einem Konto vereinnahmt werden. Was im Ausland bleibt, bleibt außerhalb der Bemessungsgrundlage.

Dazu kommen zwei Erleichterungen, die genau auf deine Situation zugeschnitten sind:

  • Ausgaben, die du in Mauritius mit einer ausländischen Kredit- oder Debitkarte bezahlst, gelten nicht als Überweisung nach Mauritius. Du kannst also mit deiner europäischen Karte leben, ohne dass die zugrunde liegenden Einkünfte in die mauritische Steuer geraten.
  • Beträge, die du auf ein mauritisches Konto überweist, bleiben unbesteuert, wenn du erklärst, dass die zutreffende Steuer darauf bereits im Herkunfts- oder Ansässigkeitsstaat entrichtet wurde.

Steuerlich ansässig wirst du grundsätzlich bei mehr als 183 Tagen im Steuerjahr oder über einen mehrjährigen Aufenthaltstest.

Zusätzlich, und für vermögende Leser besonders relevant: Mauritius kennt keine Kapitalertragsteuer und keine Erbschaftsteuer. Für Personen mit erheblichen Portfolios, mit einem anstehenden Unternehmensverkauf oder mit Vermögensübertragungen zwischen Generationen ist das eine strukturelle Eigenschaft, die man in Europa kaum findet. Wer diese Ebene ernsthaft prüft, findet den Einstieg auf assetprotection.plus und für die Gesellschaftsseite auf auslandsunternehmen.com.

Ein Punkt zur Ehrlichkeit: Arbeitseinkünfte für Tätigkeiten, die physisch in Mauritius erbracht werden, gelten grundsätzlich als mauritische Quelle, auch wenn das Gehalt auf ein ausländisches Konto fließt. Für Premium-Visa-Inhaber, die remote für ausländische Auftraggeber arbeiten, ist die Behandlung ausdrücklich auf Remittance-Basis vorgesehen. Wer dagegen unter einem lokalen Vertrag tätig wird, fällt in die reguläre Besteuerung. Die laufenden Regeln führen wir im Steueratlas-Profil Mauritius.

Mauritius unterhält ein umfangreiches Abkommensnetz, unter anderem mit Deutschland, siehe Doppelbesteuerungsabkommen. Prüfe die konkrete Lage für dein Herkunftsland vor der Planung.

Deine Steuerpflicht zu Hause

Das mauritische Modell trägt nur, wenn die heimische Seite sauber ist.

In Deutschland endet die unbeschränkte Steuerpflicht nur, wenn weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt bestehen, siehe unbeschränkte Steuerpflicht. Beteiligungen ab einem Prozent lösen beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG aus, und Mauritius ist ein Drittland.

Weil die effektive Belastung niedrig ausfallen kann, ist bei deutschen Staatsangehörigen zusätzlich die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG zu prüfen.

Für Österreich gelten § 26 BAO, die Zweitwohnsitzverordnung und § 27 Abs. 6 EStG. Für die Schweiz ist die Abmeldung bei der Wohnsitzgemeinde maßgeblich.

Der praktische Vorteil gegenüber vielen anderen Zielen dieser Liste: Mauritius ist ein anerkanntes, reguliertes Finanzzentrum mit funktionierendem Rechtsstaat und ordentlicher Verwaltung. Eine mauritische Ansässigkeitsbescheinigung ist gegenüber einem europäischen Finanzamt belastbar, und die Struktur wirkt nicht konstruiert. Das ist ein Qualitätsmerkmal, das man erst schätzt, wenn eine Betriebsprüfung ansteht.

Zur Rechnungsstellung und zur Frage, ob eine mauritische Gesellschaft oder eine schlankere Variante passt, siehe nullsteuer.llc und auslandsunternehmen.com.

Passt Mauritius zu dir

Mauritius passt, wenn du eine tropische Basis mit funktionierendem Rechtsstaat und niedriger, planbarer Besteuerung willst. Es passt besonders für Menschen mit erheblichem Kapitalvermögen, weil die fehlende Kapitalertrag- und Erbschaftsteuer strukturell mehr wert ist als jede Ersparnis bei der laufenden Einkommensteuer. Und es passt für alle, die eine prüfungsfeste Konstruktion einer kreativen vorziehen.

Es passt schlechter, wenn dein Budget begrenzt ist, denn die Insel ist teuer für das, was sie ist. Es passt nicht, wenn du eine große Community, kulturelle Vielfalt oder ständig neue Eindrücke brauchst, weil Mauritius nach einigen Monaten erschöpft ist. Und es ist eine Sommer-, keine Winterbasis für Europäer.

Wer dieselbe Zeitzone und Sommer im europäischen Winter will, findet das in Südafrika, zahlt dort aber mit der Sicherheitsfrage. Wer null statt fünfzehn Prozent sucht und Stadt statt Insel akzeptiert, sollte die Emirate prüfen. Wer dieselbe Logik deutlich günstiger will, findet sie in Georgien, mit schwächerer Gesundheitsversorgung. Die Gegenüberstellung steht in Null-Steuer-Basen.

Wer den Schritt ernsthaft plant, sollte Ansässigkeit, Struktur und Timing gemeinsam entscheiden. Die Beratung dazu läuft über die STM Corporate Group und Perspektive Ausland.

Wer den Schritt konkret plant, klärt Ansässigkeit und Struktur vor dem Umzug, nicht danach. Das ist der eine Fehler, der sich später nicht mehr reparieren lässt.

Häufige Fragen

Wie viel Zeitunterschied habe ich auf Mauritius zu Europa?

Die Zeitzone ist UTC+4, also zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Sommerzeit und drei im Winter. Das ist unproblematisch: Du beginnst früher, und der gesamte europäische Arbeitstag liegt in deinem Nachmittag und frühen Abend, ohne Nachtarbeit oder verschobene Termine. Der Jetlag ist bei zwei bis drei Stunden zu vernachlässigen, und weil die Flüge über Nacht gehen, verlierst du keinen Arbeitstag.

Was kostet das Leben auf Mauritius?

Realistisch liegst du bei 1.700 bis 2.600 Euro im Monat inklusive Auto. Das ist deutlich mehr als Georgien, Albanien oder Vietnam und liegt eher auf südafrikanischem bis portugiesischem Niveau. Mauritius ist teurer, als seine Lage vermuten lässt, weil vieles importiert wird. Man nimmt das wegen der Kombination aus Steuerregime, funktionierendem Rechtsstaat und Lebensqualität in Kauf, nicht wegen des Preises.

Wie komme ich für einen längeren Aufenthalt nach Mauritius?

Als Deutscher, Österreicher oder Schweizer reist du visumfrei ein, bis zu 90 Tage, in vielen Fällen verlängerbar. Für länger gibt es das Premium Travel Visa mit einer Laufzeit von über sechs Monaten bis zu einem Jahr, verlängerbar, und der Antrag ist auch aus Mauritius heraus während eines Touristenaufenthalts möglich. Eine feste Einkommensschwelle nennen die offiziellen Kriterien nicht, in der Portalpraxis werden rund 1.500 US-Dollar monatlich je Erwachsenem verlangt, dazu eine Krankenversicherung, und Haupteinkommensquelle sowie Wohnsitz müssen außerhalb von Mauritius liegen. Lokale Beschäftigung ist damit nicht erlaubt, und das Verfahren gilt als unkompliziert mit niedriger Ablehnungsquote.

Wie funktioniert die Besteuerung nach dem Remittance-Prinzip?

Der Tarif ist seit dem Budget 2026/27 vierstufig: 0, 10, 20 und 35 Prozent, die oberste Stufe ab 12 Millionen Rupien. Entscheidend ist, was überhaupt in die Bemessungsgrundlage fällt: Ausländische Einkünfte werden nur besteuert, wenn du sie nach Mauritius überweist. Was du mit einer ausländischen Karte bezahlst, gilt nicht als Überweisung. Ansässig wirst du grundsätzlich bei mehr als 183 Tagen im Steuerjahr.

Lohnt sich Mauritius für Menschen mit größerem Vermögen?

Ja, das ist ein struktureller Punkt. Mauritius kennt keine Kapitalertragsteuer und keine Erbschaftsteuer. Für Personen mit erheblichen Portfolios, mit einem anstehenden Unternehmensverkauf oder mit Vermögensübertragungen zwischen Generationen ist das eine Eigenschaft, die man in Europa kaum findet. Die fehlende Kapitalertrag- und Erbschaftsteuer ist strukturell mehr wert als jede Ersparnis bei der laufenden Einkommensteuer.

Muss ich auf Mauritius mit Zyklonen rechnen?

Ja. Mauritius liegt in einer Zyklonzone, und die Saison läuft von November bis April. In der Praxis bedeutet das meist ein bis drei Warnstufen pro Saison, an denen die Insel für ein bis zwei Tage stillsteht und Schulen und Geschäfte schließen. Schwere Zyklone sind seltener, aber möglich. Praktisch heißt das: Warn-App installieren, in der Saison einen Vorrat für zwei bis drei Tage im Haus haben und Flugpläne nicht auf Kante nähen.