Cabo Verde Digital Nomad Visa
Digital Nomad Visa · Afrika

🇨🇻 Cabo Verde
Digital Nomad Visa

Cabo Verde hat als einer der ersten afrikanischen Staaten ein eigenes Programm für Remote-Arbeiter aufgelegt. Es ist eines der einfachsten und günstigsten überhaupt, und für die meisten Leser ist es der sauberste Weg, eine Wintersaison am Atlantik rechtlich abzudecken.

✓ AKTIV Eingeführt: Dezember 2020, neu geregelt Mai 2025 Stand der Angaben: August 2026

Wie sich das Leben auf den Kapverden anfühlt, was Sal, Mindelo und Praia kosten und warum der Archipel eine der besten Winterbasen für Europäer ist, liest du im ausführlichen Länderprofil Kap Verde. Diese Seite beantwortet die andere Hälfte der Frage: Mit welchem Status bist du legal im Land, was verlangt das Remote-Working-Programm 2026 konkret, und was ist vom Versprechen, vor Ort keine Steuern zu zahlen, wirklich zu halten?

Vorweg die gute Nachricht: Cabo Verde macht es dir leicht. Es gibt keine Altersgrenzen, keinen Pflicht-Universitätsabschluss und keine Einkommensschwelle von mehreren Tausend Euro. Verlangt wird im Kern ein durchschnittlicher Kontostand von 1.500 Euro über die letzten sechs Monate. Das ist eine der niedrigsten Hürden weltweit.

Auf einen Blick

Laufzeit
6 Monate, einmal auf 12 verlängerbar
Finanznachweis
1.500 € Einzel / 2.700 € Familie
Antragsort
Online-Voranmeldung, Erteilung bei Ankunft
Kosten
Gering: rund 20 bis 45 € plus TSA-Gebühr
Steuer auf Auslandseinkünfte
Während des Programms nicht erhoben
Führt zu Daueraufenthalt
Nein, danach regulärer Titel nötig

Erster Weg: einfach einreisen

Für kurze Aufenthalte brauchst du das Programm gar nicht. Seit dem 2. Januar 2019 sind EU-Bürger für Aufenthalte bis 30 Tage von der Visumpflicht befreit. An die Stelle des Visums ist eine Formalität getreten, die du kennen musst: Vor dem Abflug registrierst du dich online auf der staatlichen Plattform ease.gov.cv und zahlst die Flughafensicherheitsgebühr TSA von 3.400 Escudos, umgerechnet rund 31 Euro. Der Escudo ist fest an den Euro gebunden, die Zahl bleibt also stabil.

Wer die Voranmeldung versäumt, kann sie bei Ankunft nachholen, zahlt dann aber den doppelten Satz von 6.800 Escudos, rund 62 Euro pro Person. Manche Airlines machen schon beim Einchecken Probleme, wenn die EASE-Registrierung fehlt. Fünf Minuten am Rechner ersparen dir also Diskussionen am Schalter. Zum 1. Januar 2026 hat Cabo Verde seine Visaliste für andere Nationalitäten verschärft; für EU-Bürger bleibt die visumfreie Einreise davon unberührt.

Die 30 Tage reichen für einen Kite-Trip oder einen kurzen Arbeitsblock. Für eine ganze Wintersaison reichen sie nicht, und genau dafür gibt es das Programm. Die allgemeine Systematik von Einreise, Visa und Aufenthalt haben wir im Leitfaden Einreise, Visa und Aufenthalt aufgeschrieben.

Das Remote-Working-Programm im Detail

Das Remote Working Cabo Verde Programme startete im Dezember 2020 als eines der ersten seiner Art in Afrika. 2023 hat der Gesetzgeber mit dem Gesetz Nr. 27/X/2023 die Grundlage geschaffen, und mit dem Decreto-Lei Nr. 13/2025 vom Mai 2025 wurde das Aufenthaltsvisum für remote ausgeübte Tätigkeiten förmlich geregelt. Aus dem Pilotprojekt der Tourismusbehörde ist damit ein ordentlicher Rechtsrahmen geworden. Die Eckdaten:

  • Laufzeit sechs Monate, einmal um sechs Monate verlängerbar, insgesamt also bis zu einem Jahr. Danach ist ein Wechsel auf einen regulären Aufenthaltstitel erforderlich, einen Pfad zum Daueraufenthalt gibt es über das Programm nicht.
  • Offen für Staatsangehörige aus Europa, Nordamerika, den portugiesischsprachigen Ländern (CPLP) und der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Deutschland, Österreich und die Schweiz sind damit abgedeckt.
  • Finanznachweis: ein durchschnittlicher Kontostand von mindestens 1.500 Euro über die letzten sechs Monate für Einzelpersonen, 2.700 Euro für Familien. Diese Werte gelten 2026 unverändert. Es ist ein Kontostand, kein Monatseinkommen, was den Nachweis für Selbstständige mit schwankenden Einnahmen deutlich entspannt.
  • Nachweis, dass du angestellt oder selbstständig für Auftraggeber außerhalb Cabo Verdes arbeitest. Arbeit für kapverdische Unternehmen ist ausdrücklich nicht gestattet.
  • Reisepass mit mindestens sechs Monaten Restgültigkeit, Kranken- und Reiseversicherung mit Geltung für Cabo Verde, Unterkunftsnachweis und Führungszeugnis.
  • Familienangehörige können mitkommen, eine Mindestaufenthaltsdauer gibt es nicht.

Zur Krankenversicherung ein Hinweis aus der Praxis: Die medizinische Versorgung auf den Inseln ist dünn, bei ernsthaften Fällen ist die Ausreise nach Portugal oder auf die Kanaren der Standardweg. Deine Police muss deshalb medizinische Evakuierung einschließen, das ist hier keine Formalie für den Antrag, sondern der eigentliche Zweck der Versicherung. Die Grundlagen stehen im Überblick zur Krankenversicherung für digitale Nomaden.

Antrag und Kosten

Das Verfahren ist zweistufig und bewusst niedrigschwellig. Schritt eins ist die Online-Voranmeldung über das offizielle Tourismusportal visit-caboverde.com/en/remote-working, wo du Passkopie, Foto, Kontoauszüge der letzten sechs Monate, Versicherungsnachweis und Unterkunftsbuchung hochlädst. Die Bearbeitung dauert in der Regel rund zwei Wochen, die Ablehnungsquote ist niedrig. Schritt zwei passiert bei der Ankunft: Du legst die Unterlagen den Grenzbeamten vor und erhältst deinen Stempel. Ein Konsulatstermin in Europa ist nicht nötig.

Parallel digitalisiert die Ausländerbehörde DEF ihr Verfahren: Auf dem Behördenportal e-portaldef.gov.cv gibt es seit 2025 eine eigene Rubrik für digitale Nomaden mit Dokumentenliste, die vollelektronische Antragstellung dort ist aber mit Stand August 2026 noch als "demnächst" markiert. Bis dahin läuft der praktikable Weg über das Tourismusportal plus Ankunft.

Bei den Kosten kursieren zwei Zahlen, und wir nennen beide ehrlich: Das Tourismusportal weist eine Visumgebühr von 20 Euro aus, die bei der Verlängerung erneut anfällt, dazu eine Flughafengebühr bei Ankunft. Das DEF-Portal beziffert die Gebühr für das Aufenthaltsvisum nach neuem Recht mit 5.000 Escudos, rund 45 Euro. In jedem Fall gilt: Mit Gebühren von insgesamt unter 100 Euro ist Cabo Verde eines der günstigsten Nomadenprogramme weltweit. Zum Vergleich: Allein die Antragsgebühren vieler Karibikprogramme liegen beim Zehn- bis Zwanzigfachen.

Die Steuerfrage ehrlich beantwortet

Das Programm wirbt damit, dass Teilnehmer auf ihre ausländischen Einkünfte keine kapverdische Einkommensteuer zahlen. Das stimmt, aber die Begründung ist wichtiger als der Werbesatz. Das Visum verschafft dir einen vorübergehenden Aufenthaltsstatus, keine steuerliche Ansässigkeit. Deine Auslandseinkünfte werden während der Programmlaufzeit schlicht nicht lokal besteuert.

Der Rahmen dahinter: Cabo Verde besteuert seine Ansässigen auf das Welteinkommen, mit einem progressiven Tarif bis rund 27,5 Prozent. Ansässig wird grundsätzlich, wer sich mehr als 183 Tage im Jahr im Land aufhält oder dort einen Wohnsitz mit Bleibeabsicht unterhält. Wer das Programm voll ausschöpft und zwölf Monate bleibt, überschreitet diese Schwelle deutlich und sollte seine Lage konkret prüfen lassen, denn eine ausdifferenzierte Sonderregelung für Remote-Arbeiter jenseits des Programms gibt es nicht. Die laufenden Regeln, Tarife und Details führt das Steueratlas-Profil Kap Verde.

Genauso wichtig ist die Heimatseite der Rechnung. Cabo Verde taugt nicht als Baustein einer Steuergestaltung: Das Abkommensnetz besteht im Kern aus einem einzigen Doppelbesteuerungsabkommen mit Portugal, das Visum läuft nach zwölf Monaten aus, und danach besteuert dich das Land als Ansässigen auf alles. Wer aus Deutschland kommt und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt behält, bleibt ohnehin unbeschränkt steuerpflichtig, vier Monate auf Sal ändern daran nichts. Die Grundlagen dazu stehen im Beitrag zur unbeschränkten Steuerpflicht. Richtig genutzt ist das Programm eine steuerlich unkomplizierte Winterbasis innerhalb deiner bestehenden Struktur, nicht mehr und nicht weniger.

Für Österreicher und Schweizer: Einreise, EASE-Registrierung und Programmbedingungen sind identisch zu Deutschland. Auch steuerlich gilt dasselbe Prinzip: Solange Wohnsitz beziehungsweise steuerliche Ansässigkeit in Österreich oder der Schweiz bestehen bleiben, ändert ein Saisonaufenthalt auf den Kapverden an deiner Steuerpflicht zu Hause nichts.

Praxis: Insel und Internet

Die wichtigste Entscheidung nach dem Visum ist die Inselwahl. Sal mit Santa Maria ist die naheliegende Wahl: bester Flughafen, Coworking, internationale Gemeinde, Weltklasse-Revier für Kite- und Windsurfer, dafür touristisch und landschaftlich karg. São Vicente mit Mindelo ist die kulturelle Adresse, eine echte kleine Stadt mit Musikszene und einem Alltag, der nicht vom Tourismus lebt. Santiago mit der Hauptstadt Praia bietet die beste Internetversorgung des Landes und den wenigsten Charme. Die ausführliche Abwägung samt Kostentabelle steht im Länderprofil Kap Verde.

Zum Internet die Kurzfassung: Glasfaser ist in den Hauptorten verfügbar, mit typischen Geschwindigkeiten von 50 bis 300 Mbit, in Praia auch mehr. Seit Ende 2024 ist zusätzlich Starlink verfügbar, was die abgelegenen Inseln und kleineren Orte erstmals verlässlich arbeitsfähig macht. Trotzdem gilt: Altbestände an langsamen Kupferanschlüssen sind im Umlauf, lass dir vor jeder Buchung einen Geschwindigkeitstest schicken, und plane Powerbank und Mobilfunk-Backup für gelegentliche Stromausfälle ein.

Bleibt die Einordnung ins große Bild: Cabo Verde konkurriert nicht mit Lissabon oder Bangkok, sondern mit der Frage, wo du den europäischen Winter verbringst, ohne Zeitzone, Kunden und Schlafrhythmus zu opfern. Vier bis sechs Flugstunden, zwei bis drei Stunden Zeitunterschied, Sommer im Januar und ein Visum, das dich fast nichts kostet: In dieser Kombination hat der Archipel wenig Konkurrenz. Andere Programme zum Vergleich findest du in der Übersicht aller Digital Nomad Visa und weitere Ziele in der Länderübersicht.

Ist Cabo Verde das Richtige für dich?

Wir klären mit dir, ob das Remote-Working-Programm zu deiner Situation passt und wie du den Aufenthalt steuerlich sauber aufsetzt.

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