Südafrika für digitale Nomaden 2026

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Südafrika für digitale Nomaden 2026

Es gibt genau einen Tausch, der im europäischen Winter alles verändert: Du steigst abends in Frankfurt oder Zürich in ein Flugzeug, schläfst, und stehst am nächsten Morgen bei achtundzwanzig Grad in Kapstadt. Ohne Jetlag. In derselben Zeitzone.

Das ist keine Nebensache, sondern der Kern des südafrikanischen Angebots. Während ein Winter in Thailand dich fünf bis sechs Stunden aus dem europäischen Arbeitstag herausschiebt und ein Winter in Mexiko sieben bis acht, kostet dich Südafrika null bis eine Stunde. Dein Kalender bleibt derselbe. Deine Kunden merken nichts. Du tauschst nur Grau gegen Licht.

Dazu kommt eine Naturkulisse, die in diesem Ranking unerreicht ist, eine Wein- und Esskultur auf europäischem Niveau zu einem Drittel der Preise, und eine Infrastruktur, die deutlich besser ist als ihr Ruf.

Und dann gibt es die Sicherheitsfrage. Die ist real, sie ist täglich, und sie lässt sich nicht wegdiskutieren. Wir behandeln sie weiter unten in einem eigenen Abschnitt, ausführlich und ohne Beschönigung, weil sie über die Eignung dieses Landes für dich entscheidet.

Der Alltag

Der südafrikanische Alltag ist überraschend europäisch getaktet und gleichzeitig entspannter. Man steht früh auf, weil das Licht früh kommt und die besten Stunden am Morgen liegen. Man arbeitet, und man verbringt so viel Zeit wie möglich draußen.

Das Leben ist stark auf das Auto ausgerichtet. Öffentlicher Nahverkehr existiert kaum in einer Form, die für Zugezogene praktikabel wäre. Rechne fest mit einem Mietwagen oder Uber als Grundausstattung, und plane das in dein Budget ein. Uber funktioniert in Kapstadt und Johannesburg hervorragend und ist das übliche Verkehrsmittel für alle, die nicht selbst fahren wollen.

Was Mitteleuropäer sofort merken: Dienstleistung ist verfügbar und bezahlbar. Reinigung, Gartenpflege, Handwerk, Lieferdienste. Was ebenfalls sofort auffällt: die extreme Ungleichheit, die sich im Stadtbild abbildet und die man weder ausblenden noch lösen kann. Wer damit nicht umgehen kann, wird in Südafrika nicht glücklich.

Englisch ist Alltagssprache. Das entlastet enorm gegenüber Asien oder Lateinamerika. Afrikaans hört man im Westkap häufig und ist für Deutschsprachige erstaunlich zugänglich.

Die Basen

Kapstadt ist die naheliegende und für die meisten die richtige Wahl. Die Stadt hat eine Lage, die man kaum erfinden könnte: Berg, zwei Ozeane, Weinberge im Rücken. Sea Point und Green Point sind dicht, fußläufig und praktisch, mit Promenade am Meer. Gardens und Oranjezicht liegen am Hang unter dem Tafelberg, ruhig und grün. Woodstock und Observatory sind kreativ, günstiger und rauer. Camps Bay und Clifton sind Postkarte und teuer.

Kapstadt hat die dichteste Remote-Work-Infrastruktur des Kontinents mit einer großen Zahl an Coworking-Häusern, von denen praktisch alle in Notstromversorgung investiert haben.

Stellenbosch und Franschhoek in den Winelands sind eine halbe Stunde entfernt: kleiner, sicherer, grüner, mit Universitätsleben und einer Gastronomiedichte, die für die Größe absurd ist. Für ruhiges Arbeiten mit gelegentlichen Stadtbesuchen eine hervorragende Alternative.

Johannesburg ist das wirtschaftliche Zentrum, deutlich weniger schön und deutlich weniger beliebt bei Zugezogenen. Wer geschäftlich in Afrika unterwegs ist, sitzt hier trotzdem richtig. Durban ist wärmer, subtropisch und mit starker indischer Prägung, aber infrastrukturell und sicherheitstechnisch schwieriger.

Internet und Strom

Hier hat sich mehr verändert, als die meisten wissen.

Glasfaser ist in Kapstadt und Johannesburg flächendeckend verfügbar und gut. Anschlüsse mit 100 bis 500 Mbit kosten zwischen 700 und 1.400 Rand im Monat, umgerechnet grob 35 bis 70 Euro. Das Mobilfunknetz ist in den Ballungsräumen solide.

Der Punkt, über den jeder redet, heißt Load Shedding, die geplante rollierende Stromabschaltung. Die Lage hat sich gegenüber den Krisenjahren deutlich entspannt, aber sie ist nicht dauerhaft gelöst, und du solltest davon ausgehen, dass sie in Phasen zurückkommt.

Praktisch ist das lösbar, und die Südafrikaner haben es gelöst: Jede ernsthafte Wohnung und jeder Coworking-Space hat entweder eine Batterieanlage, einen Wechselrichter mit Solar oder einen Generator. Bei der Wohnungssuche ist die entscheidende Frage nicht die Aussicht, sondern ob das Gebäude eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und einen eigenen Wasservorrat hat. Fibre-Router laufen an einer kleinen Powerbank problemlos weiter, und der Mobilfunk bleibt in der Regel verfügbar.

Wer hier vorbereitet hinfährt, arbeitet in Südafrika völlig störungsfrei. Wer unvorbereitet hinfährt, verliert Termine. Die Systematik dazu steht in Internet und Ausfallsicherheit und im Leitfaden zur digitalen Infrastruktur.

Ein zweites Thema ist Wasser. Kapstadt hatte in der Vergangenheit eine ernsthafte Dürrekrise, und Wasserbewusstsein gehört zum Alltag.

Essen und Wein

Südafrika ist kulinarisch das am meisten unterschätzte Land in diesem Ranking.

Die Produktqualität ist außergewöhnlich: Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, alles aus dem Land, alles frisch, alles günstig. Ein sehr gutes Abendessen in einem guten Restaurant in Kapstadt kostet 350 bis 600 Rand, also grob 18 bis 30 Euro, inklusive Wein. Für europäische Verhältnisse ist das die Hälfte bei mindestens gleicher Qualität.

Die Winelands vor der Haustür sind der eigentliche Luxus. Südafrikanischer Wein liegt auf hohem internationalem Niveau, und eine sehr gute Flasche kostet im Weingut 150 bis 300 Rand. Ein Verkostungstag in Stellenbosch oder Franschhoek kostet weniger als ein Abendessen in Zürich.

Dazu die Braai-Kultur, die kein Grillen ist, sondern eine soziale Institution, und eine Kaffeeszene in Kapstadt, die international mithält. Kulinarisch bekommst du hier ein europäisches Leben zu südlichen Preisen.

Menschen und Anschluss

Südafrikaner sind offen, direkt und ausgesprochen gesellig. Der Umgang ist unkompliziert, Einladungen kommen schnell, und weil alles auf Englisch läuft, entsteht Kontakt ohne Umweg.

Die internationale Gemeinde in Kapstadt ist groß und im europäischen Winter besonders präsent, weil viele Europäer genau diesen Rhythmus fahren. Die deutschsprachige Präsenz ist erheblich, historisch gewachsen und gut vernetzt, mit Schulen, Vereinen und einer spürbaren Unternehmerdichte.

Was zur Ehrlichkeit gehört: Das Sozialleben in Kapstadt findet weitgehend in bestimmten Vierteln und bestimmten Kreisen statt. Die Gesellschaft ist entlang von Einkommen und Geschichte stark getrennt, und als Zugezogener bewegst du dich fast automatisch in einem Ausschnitt. Das ist unangenehm zu benennen und trotzdem die Realität.

Kosten

Der Rand-Kurs macht Südafrika für Euro- und Frankenverdiener ausgesprochen günstig, gemessen an dem, was du bekommst.

Position Kapstadt Stellenbosch / Umland
Möblierte 1-Zimmer-Wohnung, gute Lage 12.000–22.000 ZAR 9.000–16.000 ZAR
2-Zimmer-Wohnung mit Meerblick 20.000–38.000 ZAR 14.000–26.000 ZAR
Lebensmittel und auswärts essen 6.000–12.000 ZAR 5.000–10.000 ZAR
Mietwagen (Monat) 6.000–12.000 ZAR 6.000–12.000 ZAR
Coworking, fester Platz 2.500–5.000 ZAR 2.000–4.000 ZAR
Glasfaser 700–1.400 ZAR 700–1.400 ZAR
Private Krankenversicherung, lokal 1.500–4.500 ZAR 1.500–4.500 ZAR

Realistisch liegst du in Kapstadt bei 1.500 bis 2.400 Euro im Monat inklusive Auto, in Stellenbosch oder im Umland bei 1.200 bis 1.900 Euro. Das ist deutlich mehr als Vietnam, aber für ein Leben mit Meerblick, Auto, Restaurantbesuchen und Wein ist es außergewöhnlich günstig.

Die Hochsaison von Dezember bis Februar treibt die Mieten in Kapstadt erheblich, weil die halbe Welt zur selben Zeit dasselbe will. Wer im Januar spontan sucht, zahlt das Doppelte. Buche drei bis sechs Monate im Voraus.

Ein lokales Konto ist ohne Aufenthaltstitel schwierig, siehe freedombanking.plus.

Sicherheit ohne Beschönigung

Dieser Abschnitt ist der wichtigste auf dieser Seite.

Südafrika hat eine der höchsten Gewaltkriminalitätsraten der Welt. Das ist keine mediale Übertreibung, sondern Statistik. Und gleichzeitig leben Hunderttausende Menschen dort ein völlig normales Leben, weil sich das Risiko räumlich und verhaltensabhängig sehr stark unterscheidet.

Was das praktisch bedeutet:

Die Viertel, in denen du wohnen wirst, sind nicht die Viertel, in denen die Statistik entsteht. Der überwiegende Teil der Gewaltkriminalität konzentriert sich in Gebieten, in die du als Zugezogener nie kommst. Das entlastet, entbindet dich aber nicht.

Der Alltag verlangt eine dauerhaft laufende Risikoabwägung, die man aus Europa nicht kennt. Nicht nachts allein zu Fuß. Handy nicht sichtbar in der Hand auf der Straße. Autotüren beim Fahren verriegelt, nichts sichtbar im Auto. An roten Ampeln nachts in bestimmten Gegenden nicht warten. Wanderungen auf den Tafelberg nur in Gruppen und auf frequentierten Routen. Keine Wertsachen am Strand.

Wohnungen und Häuser sind gesichert, mit Zäunen, elektrischen Anlagen, Alarmsystemen und privaten Sicherheitsdiensten mit Reaktionszeiten von wenigen Minuten. Das gehört zum Standard und ist bei jeder Wohnungsentscheidung zu prüfen.

Die ehrliche Zusammenfassung: Wer sich an die lokalen Regeln hält, erlebt Südafrika in aller Regel ohne Zwischenfall. Wer europäische Sorglosigkeit mitbringt, hat statistisch irgendwann ein Problem, und die Delikte sind hier häufiger konfrontativ als in Europa.

Für manche Menschen ist genau diese permanente Wachsamkeit der Grund, warum sie nach drei Monaten nicht wiederkommen, obwohl ihnen alles andere gefallen hat. Das ist eine legitime Entscheidung und kein Versagen. Für andere wird es nach zwei Wochen zur Gewohnheit und spielt keine Rolle mehr.

Wenn du mit Kindern reist, verschiebt sich die Abwägung deutlich, und die Winelands oder die kleineren Küstenorte sind dann die vernünftigere Wahl als die Stadt. Die Systematik zur Bewertung solcher Lagen steht im Leitfaden Sicherheit im Ausland und in Sicherheit als Nomade realistisch bewerten.

Gesundheit

Die private medizinische Versorgung ist ausgezeichnet. Südafrika hat Krankenhäuser auf westeuropäischem Niveau, mit hervorragend ausgebildeten Ärzten, kurzen Wartezeiten und Preisen deutlich unter mitteleuropäischen. Das Land ist ein etabliertes Ziel für Medizintourismus.

Das staatliche System ist davon strikt zu trennen und für dich nicht relevant. Eine internationale Police oder eine lokale private Absicherung ist zwingend, siehe Versicherungsleitfaden.

Malaria ist im Westkap und in Kapstadt kein Thema. Sie ist relevant im Nordosten, etwa im Krüger-Nationalpark, saisonal.

Klima

Kapstadt hat mediterranes Klima mit umgekehrten Jahreszeiten. Der Sommer von November bis März ist trocken, sonnig und warm, mit fünfundzwanzig bis dreißig Grad und einem kräftigen Südostwind, der lokal Cape Doctor heißt und im Hochsommer manchmal anstrengend wird. Der Winter von Juni bis August ist mild, grün und regnerisch, mit zwölf bis achtzehn Grad, und weil die Häuser schlecht isoliert und selten geheizt sind, innen unangenehmer als draußen.

Die praktische Konsequenz ist eindeutig: November bis März ist die richtige Zeit, und sie fällt exakt in den europäischen Winter. Das macht Südafrika zur besten Winterflucht in diesem gesamten Ranking, siehe Winterflucht aus Europa.

Johannesburg liegt auf 1.750 Metern und hat ein völlig anderes Klima: trocken, sonnig, mit kühlen Nächten und Gewittern im Sommer.

Anreise und Zeitzone

Direktflüge nach Kapstadt gibt es ab Frankfurt, München und Zürich, ab Wien fliegst du mit einem Umstieg. Flugzeit rund elf bis zwölf Stunden, in der Regel über Nacht. Umsteigeverbindungen über Doha, Dubai und Istanbul sind zahlreich.

Und jetzt der entscheidende Punkt: Südafrika liegt auf UTC+2. Das ist exakt die mitteleuropäische Sommerzeit und eine Stunde vor der Winterzeit.

Weil Südafrika keine Sommerzeit hat und Europa im Oktober zurückstellt, hast du im europäischen Winter genau eine Stunde Vorsprung. Praktisch heißt das: kein Jetlag, keine verschobenen Termine, kein Nachtarbeiten, keine Erklärungen. Du fliegst über Nacht, landest morgens und arbeitest am selben Tag normal weiter.

In diesem gesamten Ranking gibt es kein zweites Land, das Sommer im europäischen Winter mit null Zeitverschiebung kombiniert. Das ist das Argument. Siehe Zeitzonen und Kundenkontakt.

Einreise und Remote Work Visa

Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Einreise visumfrei mit einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen, mit Stempel bei der Ankunft. Für die klassische Wintersaison von Dezember bis Februar reicht das vollständig aus, und die meisten brauchen nie mehr.

Für längere Aufenthalte gibt es seit März 2025 das Remote Work Visitor Visa, oft schlicht Digital Nomad Visa genannt, geregelt in Abschnitt 11(1)(b)(iv) des Immigration Act. Die Eckdaten für 2026:

  • Mindesteinkommen 650.796 Rand im Jahr, also grob 32.000 bis 35.000 Euro je nach Kurs. Das ist eine der niedrigeren Schwellen weltweit.
  • Nachweis über Kontoauszüge der letzten drei Monate, Arbeitsvertrag mit einem ausländischen Arbeitgeber oder belegte Auftragsverhältnisse als Selbstständiger.
  • Erstlaufzeit in der Regel 12 Monate, verlängerbar auf insgesamt bis zu 3 Jahre.
  • Krankenversicherung mit Deckung für Südafrika, Nachweis der Unterkunft.
  • Polizeiliche Führungszeugnisse verlangt die amtliche Liste nicht; in der Praxis fordern die Auslandsvertretungen sie aus Ländern mit längeren Voraufenthalten regelmäßig nach, ebenso eine Krankenversicherung. Das früher verlangte ärztliche Attest samt Röntgenbericht ist seit Juli 2026 abgeschafft (Directive 10/2026), auch für laufende Verfahren. Das ist typischerweise der zeitaufwendigste Punkt, plane dafür mehrere Wochen ein.
  • Antragstellung persönlich bei einer südafrikanischen Auslandsvertretung oder einem Visazentrum im Wohnsitzland. Anträge aus Südafrika heraus werden in der Regel nicht angenommen.
  • Eine Familien- oder Dependent-Regelung sieht das Besuchervisum nicht vor; Angehörige brauchen eigene Aufenthaltsgrundlagen.

Ein Punkt, der in der Praxis regelmäßig zu Ablehnungen führt: Die Vorschrift spricht von einem beidseitig unterzeichneten Arbeitsvertrag mit einem ausländischen Arbeitgeber. Selbstständige und Freiberufler ohne klassischen Arbeitsvertrag müssen ihre Auftragslage besonders sorgfältig dokumentieren, mit Verträgen, Rechnungshistorie und Nachweisen über die Beständigkeit der Einkünfte. Wer hier dünn vorlegt, wird abgelehnt. Die allgemeine Systematik steht im Leitfaden Einreise, Visa und Aufenthalt. Alle Wege mit Voraussetzungen, Gebühren und Verfahrensschritten im Detail findest du auf unserer Visa-Seite Südafrika.

Für Österreicher und Schweizer: Visumfreiheit und Voraussetzungen des Remote Work Visa sind identisch zu Deutschland. Alle drei Länder haben ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Südafrika, was für die unten beschriebene Registrierungspflicht relevant ist.

Steuern vor Ort

Südafrika besteuert Ansässige auf ihr Welteinkommen, mit einem progressiven Tarif bis 45 Prozent. Nichtansässige werden nur auf südafrikanische Quellen besteuert.

Ansässig wird man über zwei Tests: den gewöhnlichen Aufenthalt und einen mehrjährigen physischen Präsenztest, der unter anderem mehr als 91 Tage im laufenden und in jedem der fünf vorangegangenen Steuerjahre sowie mehr als 915 Tage insgesamt in diesen fünf Jahren voraussetzt. Für eine typische Wintersaison von drei Monaten wird man dadurch nicht ansässig, wohl aber bei mehreren aufeinanderfolgenden Jahren mit langen Aufenthalten.

Ein Punkt, den fast alle übersehen: Für Inhaber des Remote Work Visa gilt eine eigene Registrierungsregel bei der Steuerbehörde SARS. Wer aus einem Land kommt, das ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Südafrika hat, muss sich registrieren, sobald er sich mehr als 183 Tage innerhalb eines Zwölfmonatszeitraums in Südafrika aufhält. Wer aus einem Land ohne Abkommen kommt, muss sich unabhängig von der Aufenthaltsdauer registrieren.

Für Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das die günstige Variante: Alle drei Staaten haben ein Abkommen mit Südafrika, damit greift die 183-Tage-Schwelle statt der sofortigen Pflicht. Die laufenden Details führen wir im Steueratlas-Profil Südafrika, die Abkommenssystematik unter Doppelbesteuerungsabkommen.

Zwei weitere Punkte: Südafrika kennt eine Devisenkontrolle, die für Ansässige gilt und Kapitalverkehr reglementiert. Für Nichtansässige mit ausländischen Konten ist sie unproblematisch, aber sie ist ein Grund, warum man sich die Ansässigkeit hier nicht versehentlich einhandeln möchte. Und Südafrika besteuert Kapitalgewinne von Ansässigen.

Deine Steuerpflicht zu Hause

Südafrika ist für die meisten Leser eine Saisonbasis und kein Wohnsitzwechsel. Das ist steuerlich der einfache Fall.

In Deutschland bleibt die unbeschränkte Steuerpflicht bestehen, solange Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt fortbestehen. Drei Monate Kapstadt ändern daran nichts, siehe unbeschränkte Steuerpflicht.

Wer Südafrika dagegen zum Lebensmittelpunkt macht, sollte nüchtern rechnen: Südafrika ist mit bis zu 45 Prozent Spitzensatz plus Kapitalgewinnbesteuerung kein Steuersparland. Es ist ein Lebensqualitätsland. Wer aus Deutschland wegzieht und in Südafrika ansässig wird, tauscht Hochsteuer gegen Hochsteuer und gewinnt Klima, Raum und Kaufkraft, aber nichts an der Quote. Beteiligungen ab einem Prozent lösen zudem beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG aus.

Für Österreich gelten § 26 BAO, die Zweitwohnsitzverordnung und § 27 Abs. 6 EStG. Für die Schweiz ist die Abmeldung bei der Wohnsitzgemeinde maßgeblich.

Das saubere Modell für die meisten sieht deshalb so aus: Ansässigkeit und Struktur in einem dafür geeigneten Land, Südafrika als Aufenthaltsort für die Wintermonate, konsequent unter den Präsenzschwellen. Zur Rechnungsstellung siehe nullsteuer.llc.

Passt Südafrika zu dir

Südafrika passt, wenn du im europäischen Winter Sonne willst, ohne deinen Arbeitstag zu opfern. Es passt, wenn du Natur, Raum, Wein und gutes Essen höher gewichtest als niedrige Steuern. Und es passt besonders für alle, die zwischen November und März drei bis vier Monate am Stück wegkönnen und den Rest des Jahres in Europa sind.

Es passt nicht, wenn dich die permanente Sicherheitsabwägung belastet, wenn du ohne Auto leben willst, oder wenn du eine steuerlich vorteilhafte Ansässigkeit suchst.

Wer dieselbe Zeitzone und dasselbe Klima mit deutlich niedrigerem Sicherheitsrisiko will, sollte sich Mauritius und Namibia ansehen, beide kleiner und teurer beziehungsweise dünner ausgestattet. Wer nur drei Flugstunden entfernt sein will, findet in Marokko die europanahe Alternative. Alle Optionen ohne Zeitverschiebung stehen in Basen in der gleichen Zeitzone.

Wer den Schritt konkret plant, klärt Ansässigkeit und Struktur vor dem Umzug, nicht danach. Das ist der eine Fehler, der sich später nicht mehr reparieren lässt.

Häufige Fragen

Wie viel Zeitverschiebung habe ich in Südafrika gegenüber Europa?

Südafrika liegt auf UTC+2, das ist exakt die mitteleuropäische Sommerzeit und eine Stunde vor der Winterzeit. Weil Südafrika keine Sommerzeit hat und Europa im Oktober zurückstellt, hast du im europäischen Winter genau eine Stunde Vorsprung. Praktisch heißt das: kein Jetlag, keine verschobenen Termine, kein Nachtarbeiten. Du fliegst über Nacht, landest morgens und arbeitest am selben Tag normal weiter.

Was kostet ein Monat in Kapstadt?

Realistisch liegst du in Kapstadt bei 1.500 bis 2.400 Euro im Monat inklusive Auto, in Stellenbosch oder im Umland bei 1.200 bis 1.900 Euro. Das ist deutlich mehr als Vietnam, aber für ein Leben mit Meerblick, Auto, Restaurantbesuchen und Wein außergewöhnlich günstig. In der Hochsaison von Dezember bis Februar treiben die Mieten aber stark an, wer im Januar spontan sucht, zahlt das Doppelte. Buche drei bis sechs Monate im Voraus.

Was verlangt das Remote Work Visa in Südafrika?

Das Remote Work Visitor Visa gibt es seit März 2025 und verlangt ein Mindesteinkommen von 650.796 Rand im Jahr, also grob 32.000 bis 35.000 Euro, eine der niedrigeren Schwellen weltweit. Die Erstlaufzeit beträgt in der Regel 12 Monate, verlängerbar auf insgesamt bis zu 3 Jahre. Du brauchst Kontoauszüge der letzten drei Monate, einen Arbeitsvertrag mit einem ausländischen Arbeitgeber oder belegte Auftragsverhältnisse als Selbstständiger sowie eine Krankenversicherung; Führungszeugnisse stehen nicht auf der amtlichen Liste, werden von den Auslandsvertretungen in der Praxis aber regelmäßig nachgefordert. Die Antragstellung erfolgt persönlich bei einer Auslandsvertretung im Wohnsitzland.

Muss ich in Südafrika Steuern zahlen, wenn ich nur den Winter dort verbringe?

Südafrika besteuert Ansässige auf ihr Welteinkommen mit bis zu 45 Prozent, Nichtansässige nur auf südafrikanische Quellen. Für eine typische Wintersaison von drei Monaten wirst du nicht ansässig. Für Inhaber des Remote Work Visa gilt aber eine eigene Registrierungspflicht bei der Steuerbehörde SARS. Weil Deutschland, Österreich und die Schweiz ein Abkommen mit Südafrika haben, greift für dich die 183-Tage-Schwelle statt einer sofortigen Pflicht.

Wie gefährlich ist Südafrika wirklich für Zugezogene?

Südafrika hat eine der höchsten Gewaltkriminalitätsraten der Welt, das ist Statistik, keine Übertreibung. Gleichzeitig konzentriert sich der überwiegende Teil der Gewalt in Gebieten, in die du als Zugezogener nie kommst, die Viertel, in denen du wohnst, sind nicht die Viertel der Statistik. Der Alltag verlangt aber eine dauerhaft laufende Risikoabwägung: nicht nachts allein zu Fuß, Handy nicht sichtbar, Autotüren verriegelt. Wer sich an die lokalen Regeln hält, erlebt Südafrika in aller Regel ohne Zwischenfall.

Wie gehe ich in Südafrika mit dem Stromproblem Load Shedding um?

Load Shedding ist die geplante rollierende Stromabschaltung, die Lage hat sich entspannt, kann aber in Phasen zurückkommen. Praktisch ist das gelöst: Jede ernsthafte Wohnung und jeder Coworking-Space hat eine Batterieanlage, einen Wechselrichter mit Solar oder einen Generator. Die entscheidende Frage bei der Wohnungssuche ist deshalb, ob das Gebäude eine unterbrechungsfreie Stromversorgung und einen eigenen Wasservorrat hat. Wer vorbereitet hinfährt, arbeitet störungsfrei.