Seychellen Workcation Programm
Digital Nomad Visa · Indischer Ozean

🇸🇨 Seychellen
Workcation Programm

2021 starteten die Seychellen ihr Workcation Retreat Program für Remote-Worker. 2026 ist das offizielle Antragsportal verschwunden, und die Einwanderungsbehörde erwähnt das Programm nicht mehr. Hier steht, was wir geprüft haben und welcher Weg stattdessen sicher funktioniert.

! STATUS UNKLAR Eingeführt: April 2021, offizielles Portal 2026 offline Stand der Angaben: August 2026

Erst die Fakten, dann das Paradies. Das Workcation Retreat Program startete im April 2021: bis zu ein Jahr legal remote arbeiten, beantragt über die eigens eingerichtete Plattform workcation.sc, gegen eine Gebühr von 45 Euro. So steht es bis heute in unzähligen Visa-Listen. Unsere Prüfung vom 1. August 2026 zeichnet ein anderes Bild: Die Domain workcation.sc existiert nicht mehr (sie löst nicht einmal mehr auf), und die Einwanderungsbehörde ICS erwähnt auf ihren offiziellen Seiten zu Visa und Permits weder Workcation noch Digital Nomads. Einige Drittanbieter-Portale beschreiben 2026 weiterhin einen Workcation-Permit für rund 46 USD; eine amtliche Quelle, die das bestätigt, haben wir nicht gefunden.

Ehrliches Zwischenfazit: Das Programm ist offiziell nicht mehr auffindbar, ein förmliches Ende wurde aber nie verkündet. Wir stufen den Status deshalb als unklar ein, nicht als aktiv. Wer sich auf die 45-Euro-Angaben aus Blogs verlässt, plant auf einer Grundlage, die es so möglicherweise nicht mehr gibt. Die gute Nachricht: Für die allermeisten Aufenthalte brauchst du das Programm gar nicht.

Der Weg, der sicher funktioniert: das Visitors Permit

Die Seychellen sind eines der wenigen Länder, die praktisch jedem Reisenden visumfreie Einreise gewähren; auch Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen nur die elektronische Reisegenehmigung vor Abflug. Bei Ankunft erhältst du ein Visitors Permit für bis zu 3 Monate, kostenlos. Es lässt sich anschließend in 3-Monats-Schritten verlängern, bis auf maximal 12 Monate Gesamtaufenthalt, für 5.000 Seychellen-Rupien je Verlängerung (rund 320 Euro), online über das offizielle Portal permits.ics.gov.sc oder direkt bei der Behörde in Victoria. Verlangt werden Rück- oder Weiterreiseticket, bestätigte Unterkunft und ausreichende Mittel. Stelle den Verlängerungsantrag mindestens zwei Wochen vor Ablauf der laufenden Periode, sonst wird es eng mit der Bearbeitung.

Der ehrliche Haken: Das Visitors Permit ist ein Besucherstatus für Urlaub und Geschäftsreisen, kein Remote-Work-Titel. Genau diese Lücke sollte das Workcation-Programm schließen. Stilles Arbeiten am Laptop für Kunden außerhalb der Seychellen wird in der Praxis nicht verfolgt, eine ausdrückliche Erlaubnis hast du damit aber nicht. Jede Tätigkeit für seychellische Arbeitgeber oder Kunden ist ohne Gainful Occupation Permit klar illegal. Plane also mit dem Besucherstatus und seinen Grenzen, nicht mit einem Nomadenvisum, das derzeit niemand verlässlich ausstellt.

Steuern: 0 Prozent vor Ort, aber nicht für dein Finanzamt

Die Seychellen besteuern Besucher nicht auf ausländisches Einkommen; als Remote-Worker mit Kunden in Europa zahlst du vor Ort nichts. Daraus wird trotzdem kein Ende deiner Steuerpflicht, denn dein Heimatstatus bleibt unberührt. Mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz versteuerst du dein Welteinkommen weiter zu Hause, auch für die Monate auf Mahé. Und ein Jahr Inselaufenthalt mit Besucherstatus begründet keine seychellische Steueransässigkeit, die du dem Heimatfinanzamt entgegenhalten könntest. Die Grundzüge des seychellischen Systems, inklusive der Regeln für echte Ansässige und Firmen, führt das Steueratlas-Profil Seychellen.

Für Österreicher und Schweizer: Einreise, Permit und Verlängerung laufen identisch wie für Deutsche. Steuerlich gilt auch hier: Österreich hält dich über Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Pflicht und kennt eine Wegzugsbesteuerung auf Kapitalvermögen; in der Schweiz endet die Steuerpflicht erst mit der Abmeldung bei der Wohngemeinde.

Alltag und Anbindung

Der Alltag ist der teuerste Teil der Rechnung. Die Seychellen importieren fast alles, und das merkst du bei jedem Einkauf: Mit unter 3.000 bis 4.000 Euro im Monat kommst du auf Mahé oder Praslin kaum komfortabel über die Runden, Langzeitunterkünfte sind knapp und auf Ferienvermietung gepolt. Dafür bekommst du eine der spektakulärsten Naturkulissen der Welt, hohe Sicherheit, Englisch und Französisch als Amtssprachen und brauchbares Internet in den bewohnten Lagen. Die Anbindung ist gut: saisonale Direktflüge ab Frankfurt sowie tägliche Verbindungen über Dubai, Doha oder Istanbul in insgesamt 10 bis 13 Stunden; die Zeitverschiebung von nur 2 bis 3 Stunden zur Mitteleuropäischen Zeit macht die Inseln zu einem der wenigen Fernziele ohne Jetlag-Problem im Kundenkontakt.

Für wen taugt das? Für 1 bis 3 Monate Traumkulisse mit Europa-kompatibler Zeitzone sind die Seychellen großartig, und dafür brauchst du weder Programm noch Gebühr. Als dauerhafte, budgetfreundliche Nomadenbasis sind sie es nicht, erst recht nicht mit ungeklärtem Programmstatus. Was das Inselleben im Detail bedeutet, steht im Länderprofil Seychellen; Alternativen mit klarer Rechtslage findest du in der Länderübersicht. Und weil auf einer Inselgruppe ohne Spitzenmedizin viel an der Police hängt: Unser Überblick zur Krankenversicherung für digitale Nomaden gehört hier zur Pflichtlektüre.

Sind die Seychellen das Richtige für dich?

Wir klären mit dir, ob der Besucherweg für deinen Plan reicht und wie du deine Steuersituation zu Hause sauber aufstellst.

Beratung buchen
← Alle Digital Nomad Visa